Wie eine Tupperbox mit Gemüse Dein Leben verbessert

Du möchtest Deine Ernährung verbessern? Tolle Idee! Los, Du wirst es nicht bereuen…

Ach, Du weißt nicht, wo Du starten sollst, da es zu viele Baustellen gibt? Ich hätte da eine Idee, die mit hoher Wahrscheinlichkeit bei Dir passen könnte.

Lass uns mal einen Blick auf Deine Ernährung werfen

Du hast Deine Ernährung protokolliert, über eine oder besser zwei Wochen. Hast alles aufgeschrieben, was Du gegessen und getrunken hast und jetzt sitzen wir gemeinsam vor dem Protokoll.

Oftmals ist meinem Gegenüber peinlich, was da notiert wurde. Nicht selten, eher fast immer, weicht dieses Protokoll von dem ab, was vorher erwartet wurde… und die Erwartungen waren meist nicht hoch. Wohlgemerkt nicht meine, sondern die meines Klienten. Wir säßen ja nicht zusammen, wenn das alles perfekt wäre, wenn nicht Übergewicht als Ergebnis der bisherigen Ernährung quälen würde oder wenn vorher schon klar war, dass da zu viele Süßigkeiten oder zu viel Alkohol auf dem Protokoll stehen würde.

Das Ausmaß überrascht dann aber doch oft. In vielen Fällen sind es eben mehr Süßigkeiten, mehr Alkohol oder was auch immer, als Du es vorher erwartet hattest. Der Griff in den berühmt berüchtigten Süßigkeitenteller geschieht nicht ab und zu, sondern viel regelmäßiger als erwartet. Manchmal wird das dann mit besonderen Umständen wie Feiern erklärt, aber wie ein Klient einmal etwas von sich selbst geschockt erklärte: „Ich wollte es zuerst nicht wahrhaben, aber ich saufe wohl echt mehr als ich gedacht habe!“

Ich bitte bei der Aufgabenstellung immer, in dieser Zeit nichts zu verändern. Was hilft es, wenn ich einen Blick auf Deine derzeitige Ernährung bekommen möchte und Du ernährst Dich ganz anders als sonst? Da können wir nichts draus lernen und verschwenden nur unsere Zeit. Ich gehe meinen Klienten dann aber auch ein: „egal, wie schlimm das auch aussehen wird, glaube mir, ich habe bereits alles gesehen!“ mit auf den Weg. Was übrigens auch stimmt, ich habe wirklich schon alles gesehen.

Was übrigens bei solchen Protokollen wichtig ist: meistens haben meine Klienten durch das Aufschreiben schon selber eine Idee, wo die Probleme liegen könnten. Das ist dann viel besser, als wenn ich drauf hinweise und eine Liste erstelle mit Dingen, die ich anders machen würde.

Zählt die Tomatensauce bei den Spaghetti Bolognese oder das Salatblatt auf dem belegten Brötchen?

Es ist aber nicht nur das, was ich in diesen Protokollen finde. Es ist auch das, was dort eben fehlt. Ja klar, um bei den Beispielen Süßigkeiten und Alkohol zu bleiben, da ist es tendenziell zu viel (ein „zu wenig“ gibt es hier auch nicht, Nullkonsum wäre die beste aller Alternativen). Manches fehlt aber auch ganz einfach:

  • viele Menschen trinken zu wenig (Wasser, nicht Bier),
  • der Proteinanteil ist oftmals zu gering,
  • Ballaststoffe sind oft nur in Nuancen enthalten,
  • … ,
  • und was fast immer fehlt: Gemüse!

Beim Thema Gemüse klafft die Lücke zwischen dem, was die Menschen wissen und dem, was sie umsetzen oftmals am weitesten auseinander. Jetzt mal ehrlich: das weiß doch wirklich jede und jeder, dass Gemüse gesund ist und auf der Liste weit oben stehe sollte… es fehlt aber in vielen Protokollen komplett. Also nicht an manchen Tagen, nein, über die kompletten 2 Wochen. Nicht ein einziges Mal Gemüse, nicht frisch zubereitet und nicht mal aus ner Konserve.

Ich habe tatsächlich oft nach dem klitzekleinsten Fitzelchen Gemüse gesucht und dann Tomatensauce (oder noch minderwertiger: Tomatenketchup) gefunden oder ein Klient verwies augenzwinkernd darauf, dass die belegten Brötchen ja ein Blatt Salat und gegebenenfalls sogar noch ein Stückchen Gemüse aufweisen würden.

In sehr vielen Fällen ist es aber viel zu wenig und in nicht seltenen Fällen beträgt der Gemüseanteil in der Nahrung nahe Null.

400g – klingt viel, ist es aber nicht!

Fragen wir doch mal bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung nach, was sie empfiehlt. Ja, genau, das sind die, die vor kurzem die Empfehlungen bezüglich Fleischprodukten und Eiern nach unten geschraubt haben. Das wo viele sich aufgeregt haben, was die sich denn erlauben würden, eben dass sie so wenig erlauben würden… bis dieses Thema dann einem anderen Skandal wich, welches die Volksseele erschütterte: das neue Auswärtstrikot der Fussball-Nationalmannschaft (falls Du das hier deutlich später lesen solltest: den Artikel schreibe ich Mitte März 2024 und er kommt im April raus… und das sind so die Themen, zu dem jeder eine Meinung hat… ich selbstverständlich auch, haha. Mir gefällt das neue Trikot nämlich richtig gut! 😉 ).

Während aber die Empfehlungen für Fleisch und Eier von vielen leidenschaftlichen Fleischessern als zu niedrig angesehen werden, ist das beim Thema Gemüse oftmals genau andersherum: „Waaaaaaas? 400g Gemüse am Tag, wie soll denn das gehen? Ich bin doch kein Kaninchen!“

Wenn Du aber mal genau drauf schaust: so monstermäßig viel ist das gar nicht. Alleine eine Gurke kann schon 300 oder 400g haben. Eine Paprika hat etwa 150-200g. So betrachtet ist das gar nicht so viel, das ist schnell weggeknabbert. Ich muss allerdings sagen, dass die Gurke jetzt nicht das Gemüse mit dem höchsten Anteil an Vitaminen und Mineralstoffen ist, aber immerhin. Und am besten ist es ohnehin, wenn Du verschiedene Gemüse mixt.

Meine Favoriten sind: Karotten, Tomaten, Paprika, Gurke, Kohlrabi, Stangensellerie, Radieschen.

Warum eigentlich Gemüse?

Die Gründe, warum Du Gemüse in Deine Ernährung aufnehmen solltest sind vielfältig:

  • Gemüse ist reich an Nährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen, Antioxidantien und Ballaststoffen, welche gut für Deine Gesundheit sind, unzählige Körperfunktionen ermöglichen und unterstützen sowie Dein Immunsystem stärken.
  • Gemüse hilft Dir beim Gewichtsmanagement. Es sättigt und ist kalorienarm.
  • Gemüse unterstützt die Darmgesundheit und die Verdauung.
  • Enthaltene Antioxidantien und Phytonährstoffe können Entzündungen reduzieren und Krebs vorbeugen.
  • Regelmäßiger Verzehr von Gemüse kann die Herzgesundheit fördern.
  • Nährstoffe wie Vitamin C, Vitamin E und Beta-Carotin sind wichtig für eine gesunde Haut.
  • Eine ausgewogene Ernährung mit mehr Gemüse gibt Dir meist mehr Energie und verbessert Deine Stimmung.

Das war jetzt wirklich die Kurzform… der vielseitige Nutzen von Gemüse sollte damit aber klar geworden sein.

Und was machst Du jetzt am besten?

Erinnerst Du Dich an die Überschrift? Dann wirst Du vermutlich schnell auf meine Empfehlung kommen: eine tägliche Gemüsebox.

Es ist so einfach und aus verschiedenen Gründen so empfehlenswert:

  • die Zubereitung geht echt fix.
  • Du kannst die Gemüsebox zur Arbeit oder wo auch immer hin mitnehmen.
  • Du kannst Dir einen Mix selbst zusammenstellen mit Gemüse, das Du magst (und probierst vielleicht auch mal was Neues).

Abgesehen davon, dass der Inhalt Deiner Gemüsebox Deine Ernährung deutlich verbessert, kann daraus auch ein Impuls für mehr ausgehen:

  • Du hältst Dir damit selber vor Augen, dass Du Dir etwas Gutes tust und Dich gesund ernährst.
  • Das verbessert u.a. Deine Laune.
  • in Folge triffst Du auch was andere Ernährungsentscheidungen angeht öfter eine gute Wahl.

Aber selbst wenn Du ansonsten gar nichts verändern solltest, alleine die regelmäßige Gemüsebox ist schon ein gewaltiger Fortschritt und eine gute Sache für Dich.

Alternative TK-Gemüse?

Tiefkühlgemüse kann ebenfalls eine gute Wahl sein:

  • Der Nährstoffgehalt ist durch sofortiges Einfrieren nach der Ernte hoch, die meisten Vitamine und Mineralstoffe bleiben erhalten. Oftmals ist der Gehalt sogar größer im Vergleich zu frischem Gemüse, welches nicht sofort verzehrt, sondern länger gelagert wird.
  • TK-Gemüse ist super bequem und Du kannst es immer verfügbar haben.
  • Du kannst sehr einfach auf eine große Vielzahl an verschiedenem Gemüse zugreifen, zum Beispiel durch fertige Gemüsemischungen.
  • Gefrorenes Gemüse ist lange haltbar.

Ganz klar, TK-Gemüse ist schon richtig cool… aber zur Arbeit mitnehmen geht eher nicht so gut…

Alternative Salat?

Salat ist auch nicht so schlecht, Du musst aber aufpassen.

Zum einen ist Salat als solcher jetzt nicht unbedingt nährstoffreich, insbesondere im Vergleich mit Gemüse. Reicherst Du den Salat an, indem Du Gemüse rein schnippelst, ist das natürlich was anderes. Auch ein paar Nüsse, Kerne, ein bisschen hochwertiges Öl und gegebenenfalls eine Proteinquelle können aus dem Salat eine vollwertige Mahlzeit basteln.

Aber Vorsicht: ertränke das Ganze bitte nicht in einem minderwertigen und kalorienreichen Dressing, welches alle positiven Aspekte zunichte macht.

Das alles funktioniert nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis

Und das ist was Beste an der ganzen Geschichte: das mit der Gemüsebox und den positiven Auswirkungen, das funktioniert! Es ist einfach umsetzbar und vielen meiner Klientinnen und Klienten gelingt es, diesen Punkt dauerhaft umzusetzen. Und selbst, wenn man dann doch mal wieder rauskommen sollte, ist es sehr einfach wieder damit zu starten. Viel einfacher, als sich beispielsweise die wieder neu begonnen Gewohnheit des Snackens beim abendlichen TV-Konsum wieder abzugewöhnen.

Ich selber nutze meine Gemüsebox inzwischen seit vielen, vielen Jahren und wenn ich mir mal keine mache, dann fehlt irgendwas.

Wie wär’s? Mach Dir doch morgen auch mal eine Gemüsebox. Du darfst mich gerne verlinken, ich freue mich dann total!

Viel Spaß beim Schnippeln,

Dein Torsten

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