Wenn Du mal wieder aus dem Tritt kommst, dann konzentriere Dich auf die Basics!

Du kennst das bestimmt: es lief alles super. Du hast regelmäßig trainiert, das mit der Ernährung klappte super, Du hattest Dein Wunschgewicht erreicht oder warst doch zumindest schon recht weit gekommen… doch dann kam das Leben dazwischen. Urlaub, Arbeit, Familie, Krankheit oder vielleicht auch scheinbar harmlose Dinge, die Dich aber doch aus dem Tritt gebracht haben. Wie schnell sind die Erfolge dann wieder dahin. Zunehmen – vor allem wenn man es nicht möchte – ist doch so viel einfach als das überschüssige Fett wieder loszuwerden. Ja, ich bin zwar der Meinung, dass Abnehmen als solches kein Hexenwerk ist, als dass es oft angesehen wird. Mit hohem Aufwand in verschiedener Form ist es aber doch immer verbunden: Ernährungsänderung, Planung, Sport, Kampf mit dem inneren Schweinehund, Rückschläge…

Und so habe ich nach etwa einem Monat Pause auch eine meiner Klientinnen wieder besucht. Sie hatte im vergangenen Jahr fast 30 Kilo abgenommen und es lief immer alles wie am Schnürchen. Wobei „wie am Schnürchen“ bedeutet, dass in eben dieser Schnur auch immer mal wieder ein Knoten entsteht und um diesen Knoten kümmern wir uns dann. Das ist dann meine Aufgabe, diesen im Zusammenspiel mit der jeweiligen Person zu lösen. Das ist nämlich ganz entscheidend bei der Geschichte: wenn Du alleine drauf schaust, wirkt dieser Knoten oftmals viel größer und vor allem unlösbar … Ich ziehe vielleicht an nem anderen Ende der Schnur als Du es getan hast und schon löst sich das Ding.

„Ich muss wieder rein kommen!“

In diesem Fall war es eine Aneinanderreihung von Ereignissen, die zu der Pause geführt hatten: Urlaub geplant, Kind krank, Urlaub abgesagt, nächstes Kind krank, alle krank und wenn man schon krank wird, dann doch bitte so, dass sich das auch so richtig schön in die Länge zieht.

Abgesehen davon, dass diese Klientin ungeheuer viel richtig gemacht hat im vergangenen Dreivierteljahr – sonst hätte sie nicht abgenommen und das Gewicht seitdem ohne größere Rücksetzer gehalten – so macht sie doch eine Sache richtig, wenn sie merkt, dass es aus dem Ruder laufen könnte: sie meldet sich und funkt SOS. Wohlgemerkt nicht, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, vorher schon, so nach dem Motto „das Kind könnte gleich in den Brunnen fallen, wenn wir jetzt nicht aufpassen“. Sie befindet sich also immer noch auf dem richtigen Weg, braucht aber ein bisschen Anschub um weiterzugehen und gegebenenfalls auch einen Tipp, welcher Weg bei der nächsten Abzweigung genommen werden muss.

So auch dieses Mal. Das Körpergewicht war trotz der Sportpause und der nicht optimalen Ernährung nur um ein oder zwei Kilo gestiegen, aber der Wiedereinstieg wollte nicht gelingen. Trainingstechnisch war das einfach. Wir haben ein schönes, solides Krafttraining mit Kettlebells durchgezogen. Ordentlich, aber mit leicht angezogener Handbremse. Nach einer mehrwöchigen Pause müssen es nicht 100 und auch nicht 90% sein, um einen effektiven Reiz zu setzen.

Neustart Ernährung

Bei der Ernährung ist es meist nicht ganz so einfach. Das bedarf längerer Gespräche und gemeinsamer Lösungssuche, nicht nur bei dieser Trainierenden. Zu sehr ist das Thema verbunden mit Emotionen, Gewohnheiten, Motivation und Demotivation. Hier ist ein Standardprogramm meist nicht wirklich geeignet, wobei es natürlich trotzdem immer dieselben Punkte sind, auch bei verschiedenen Personen. Ein 0815-Lösungsansatz hilft jedoch nicht.

So haben wir hier auch länger gesprochen, wobei es weniger um Wissensvermittlung ging. Vielmehr darum, wie wir wieder vermehrt die Dinge tun, die auch zu dem Erfolg (Gewichtsverlust) geführt hatten und die auch nötig sind, um diesen Erfolg langfristig zu halten.

Am Ende des Gesprächs habe ich dann um Zettel und Stift gebeten bzw. habe meine Klientin aufgefordert, die Quintessenz unseres Gespräches selber zu notieren und sich dann an die Pinnwand zu hängen. Zum einen natürlich ist es gut, gewisse Dinge immer wieder vor Augen zu haben, zudem brennt sich handschriftliches Niederschreiben viel besser im Hirn ein, als wenn wir nur darüber sprechen.

In diesem Moment entstand dann auch die Idee, aus diesem Gespräch einen Beitrag zu machen, denn wie so oft sind es auch in diesem Fall keine Geheimnisse gewesen, sondern die Aufgaben, vor denen viele von uns stehen und bei denen die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass sie den einen oder anderen Leser oder Zuhörer genau treffen.

Oftmals scheitert es nicht an den schwierigen Dingen, sondern an den einfachen

Punkt 1 – Einkaufsplanung: Die nicht perfekte Lebensmittelauswahl lag teils darin begründet, dass die richtigen Dinge nicht vorrätig waren. Um Dir Gemüse zu schnippeln und vorzubereiten, musst Du es eingekauft haben. Planung ist hier zwar nicht alles, aber doch die Voraussetzung für alles Folgende.

Punkt 2 – Notvorräte: Unter „Notvorräten“ verstehe ich Lebensmittel, die kein baldiges MHD haben und aus denen Du Dir immer hochwertige Mahlzeiten basteln kannst. Hierzu zähle ich Dinge wie Hülsenfrüchte, Tiefkühlgemüse, Nüsse, Proteinpulver, Magerquark.

Punkt 3 – neue Rezepte: meine Klientin sagte zwar, dass es prinzipiell am besten läuft, wenn sie auf bekannte Mahlzeiten zurückgreift und nicht ewig überlegen muss, ob das nährwertetechnisch so passen könnte, aber das bedeutet ja nicht, dass man das Repertoire an Mahlzeiten nicht erweitern kann. Das Internet ist voll von Rezepten und wenn Du ein gewisses Ernährungsgrundwissen hast, kannst Du schnell einschätzen, ob das jeweilige Rezept passen könnte oder nicht. Die Hausaufgabe besteht in diesem Fall darin, jeweils ein neues Rezept pro Woche auszuprobieren. Die Kriterien dabei: Hört es sich lecker an und habe ich Lust darauf? Passt es in meine Ernährung? Hat es eine überschaubare Zahl von Zutaten, vor allem den Sachen, die man nicht zuhause hat? Die Chance ist groß, dass da etwas hängen bleibt, was dann in die regelmäßige Verlosung kommt.

Ich habe übrigens auch darum gebeten, mir das Rezept und ein Bild nach der Zubereitung zuzuschicken. Vielleicht, vielleicht erhoffe ich mir dadurch ja die eine oder andere Inspiration für meine ebenfalls oft nicht super einfalls- und abwechslungsreiche Ernährung. Wer weiß… 😉

Punkt 4 – die erste Mahlzeit ist wichtig: „Und manchmal habe ich keine Lust und starte den Tag mit einem Toast mit Nutella…“ Wie solche Tage dann wohl enden? Ich kann es Dir sagen, denn wenn es so losgeht, dann gelingt der Switch zu einer besseren Ernährung nicht mehr, dann geht das meist so weiter. Beginne den Tag stattdessen mit positiven Dingen, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Rest des Tages Dir auch besser gelingt. Trinke als erstes ein großes Glas Wasser, mache ein paar Minuten Gymnastik und wenn Du frühstückst, dann wähle hochwertige Zutaten (am besten hast Du vorher schon geplant, was Du isst). Die Wahrscheinlichkeit ist so größer, dass auch Deine kommenden Entscheidungen positiv sein werden.

Heute – einige Tage nach unserem zweiten Training – bekam ich übrigens ein Bild vom Crosstrainer, den diese Trainierende an kraft-traininfsreien Tagen nutzt: „Kind schläft und Mama macht Sport. Läuft wieder seit Montag. Auch Ernährung wieder besser im Griff.“

Und die nächsten Tage kommt dann hoffentlich das Rezept mit Foto… ich bin gespannt. 🙂

Das ist alles kein Hexenwerk

Vielleicht hast Du Dir die vier Punkte durchgelesen und gedacht: Na ja, so wirklich Neues hat der mir jetzt aber nicht erzählt, das wusste ich vorher alles schon.

Bingo, Du hast es verstanden! Du musst immer wieder die wichtigen Dinge richtig machen! Es gibt keine Geheimrezepte. Egal wie Du die Sache drehst und wendest, wir kommen immer wieder auf die Basics zurück und auf die kommt es auch an.

Ich hoffe, dass Du Dir das immer wieder vor Augen hältst, wenn Du auf der Suche nach einem schlankeren, sportlichen und fitteren Ich bist. Wenn ich Dir dabei helfen darf, dann melde Dich!

Ich wünsche Dir jedenfalls viel Erfolg bei Deinem persönlichen Fitnessprojekt! Fang an & bleib dran!

Dein Torsten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert