„Ich weiß, wie das geht“ bedeutet oft: „Ich habe keinen Schimmer, weiß das aber nicht!“

Hunderte Male wortwörtlich so gehört und vermutlich werde ich es noch mindestens genauso oft hören in der Zukunft: „Ach, eigentlich weiß ich ja, wie das geht!“

Oft wird diese Aussage getätigt, wenn es um das Thema Ernährung geht, besonders beim Abnehmen. In einem gewissen Rahmen stimme ich dieser Aussage auch zu, denn viele fundamentale Elemente einer gesunden und ausgewogenen Ernährung sind den meisten Menschen bekannt:

  • Wenn ich zu viel esse, nehme ich zu.
  • Wenn ich weniger esse, nehme ich ab (Achtung, ganz grobe Verallgemeinerung, im Großen und Ganzen steckt natürlich Wahrheit drin).
  • Mehr Obst und Gemüse machen die Ernährung besser.
  • Proteinreiche Ernährung soll gut sein.
  • Wenig oder kein Alkohol ist gut und der Bierbauch heißt zurecht so.
  • Viel trinken ist aber gesund, nur sollte es halt nicht Bier oder Wein, sondern eher Wasser oder Tee sein.

Ist mehr Wissen die Lösung?

Von Person zu Person ist das Ausmaß dieses Grundwissens sehr unterschiedlich. Manche „wissen“ mehr, andere weniger, aber prinzipiell ist mehr über eine gute, ausgewogene Ernährung bekannt als noch vor einigen Jahrzehnten. Trotzdem ist die Zahl der Übergewichtigen in eben diesen Jahrzehnten fast exponentiell gestiegen.

Natürlich ist ein mehr an Wissen in diesem Fall nicht hinderlich. Es hilft beispielsweise schon zu wissen, dass Unmengen an Fruchtsaft nicht figurfreundlich sind, nur weil dieser aus dem prinzipiell gar nicht so schlechten Obst gewonnen wird. Wenn Du infolgedessen jetzt auf den Saft verzichtest und weiterhin die Arbeitsplätze an der örtlichen Brauerei sicherst, so bringt Dir das figurtechnisch aber rein gar nichts.

Wenn Du es nicht umsetzt, ist es kein Wissen!

Wenn mir jemand also sagt, sie oder er wisse, wie es denn ginge… nur würde diese Person es halt momentan nicht schaffen, aus diesem oder jenem Grund es auch umzusetzen, dann ist die Antwort: „Nein, Du weißt es nicht!“

Das ist so, als würdest Du in einer Dir fremden Sprache einen Liedtext lernen und diesen dann mitgrölen, aber keinen blassen Schimmer haben, was Du da singst. Das passiert übrigens auch vielen bei englischsprachigen Texten, die in ganz vielen Fällen misinterpretiert werden (google beispielsweise mal nach „No woman, no cry“ oder „Every breath you take“… ging mir übrigens auch so und mein Englisch ist nicht sooooo übel).

Wer weiß denn wirklich, wie es geht?

Nun ja, vielleicht erwartest Du jetzt, dass ich auf mich selber und auf andere Trainer und Coaches zeige, die Menschen beim Abnehmen helfen, aber das meinte ich gar nicht.

Die Menschen, die ihr Wissen in die Umsetzung gebracht haben, die wissen wie es geht. In der Theorie ist vieles nämlich einfach, aber das Ganze dann auch zu starten, dranzubleiben und bei Rückschlägen weiterzumachen, das ist das Entscheidende.

Höre – und das gilt nicht nur für diesen Punkt, sondern allgemein – nicht auf denjenigen, der von etwas gelesen und sich daraus eine Meinung gebildet hat. Höre auf denjenigen, der das erreicht hat, was er erreichen wollte… und das Du auch erreichen möchtest.

Wissensvermittlung? Nur 10-20 %!

Ich habe jetzt keine genaue Statistik geführt, aber wenn ich auf die Zusammenarbeit mit meinen Klientinnen und Klienten die abgenommen habe blicke, dann schätze ich, dass das Vermitteln von Fachwissen kaum mehr als 10% in Anspruch nimmt. Ich habe noch mal zur Sicherheit 10% draufgeschlagen, aber eigentlich ist das nicht nötig. Selbst wer nur gröbstes Wissen über Ernährung hat wie „Essen schiebe ich in meinen Mund, kaue gegebenenfalls und schlucke es dann runter“, der hat die wichtigen Dinge doch schnell gelernt und je weiter wir im Prozess kommen, desto weniger neue Fakten werden es sein. Vielmehr ist es immer wieder der Punkt, wie wir das, was wir in der Theorie wissen, auch in die Praxis bringen.

Das können wir aber durchaus positiv sehen!

Um aber mal ganz ehrlich zu sein… sooooo schlimm finde ich das nicht, dass es gar nicht so viel mehr an Wissen bedarf, um Erfolg zu haben. Ich glaube, dass viele Menschen auch damit hadern loszulegen, weil sie glauben, den richtigen Weg noch nicht gefunden zu haben.

Die Lösung des Problems ist aber nicht die geheime Methode, die ich erst noch finden, sondern der erste Schritt, den ich tätigen muss. Ja, die Schritte sollten in die richtige Richtung erfolgen, aber ein erster Schritt der grob in die richtige Richtung führt ist besser, als keinen Schritt zu tätigen.

Wie Du die ersten Schritte tätigst, aber dann auch dran bleibst, das verrate ich Dir in meinem Buch „Fang an – Bleib dran“ oder in der persönlichen Zusammenarbeit.

Fang an – Bleib dran!

Jetzt aber erstmal genug gelesen… wie wäre es mit einem erfolgreichen ersten Schritt?

Viel Erfolg dabei!

Dein Torsten

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