Sowohl meine Klientin als auch ich haben diesen Ernährungsfehler begangen… und wie Du ihn vermeiden kannst!

Heute Vormittag habe ich eine Trainierende besucht, die seit einiger Zeit mit mir im Rahmen von Personal Training zusammen arbeitet. Wir trainieren bei ihr im Keller, ihr Mann und sie haben einen ordentlich bestückten Kraftraum. Neben dem gemeinsamen Training einmal die Woche trainiert sie meist noch eine weitere Einheit alleine und macht einmal die Woche bei einem meiner Outdoorkurse mit.

Als Ergebnis ist sie fitter, hat ihre Rückenschmerzen minimiert, alles ist straffer und fester und das Gewicht ist auch schon gesunken. Läuft also gut und es macht auch wirklich Spaß. Mir zumindest… wenn nicht, werde ich vielleicht einen entgegen lautenden Kommentar unter diesem Beitrag lesen.

Bevor wir mit dem Training loslegten, hatte ich heute noch einen Punkt auf der Agenda:

„Sag mal, wie läuft es ernährungstechnisch im Moment?“

„Genau das hatte wollte ich auch gerade ansprechen!“

Na dann los… Sie erzählte mir, dass sie sich noch nie am Stück so lang wirklich gut ernährt hatte, aber jetzt ärgerte sie sich, denn am Wochenende hatte sie süßigkeitentechnisch eskaliert und war damit so ungeheuer unzufrieden. Training läuft doch so gut, Ernährung prinzipiell auch, aber dann so was.

Finde heraus, warum Du die Dinge tust, die Du ja eigentlich nicht tun möchtest

Falls Du schon mal versucht hast abzunehmen oder Dich ganz einfach besser zu ernähren, dann weißt Du, dass solche Ausnahmen, Rücksetzer, teils auch Rückfälle bis hin zum Abbruch Deiner Diät oder Ernährungsvorstellung nicht nur vorkommen können, sondern eher sogar zu erwarten sind. Das ist normal, Du solltest von Beginn an damit rechnen und Dir überlegen, wie Du reagieren wirst.

Übrigens ist auch die Zusammenarbeit mit einem Experten auf diesem Gebiet kein Garant dafür, dass Du den eingeschlagenen Weg nie mehr verlassen wirst. Der Coach an Deiner Seite ist in diesem Moment aber ein ganz entscheidender Vorteil, denn er kann Dir helfen, den Zug wieder auf die Schienen zu setzen, damit die Fahrt weitergehen kann.

Um Rückschläge in der Zukunft zu vermeiden, gilt es jedoch nicht nur, wieder die richtigen Dinge zu tun. Vielmehr ist interessant und wichtig herauszufinden, worin genau das Problem bestand. Damit ist jetzt nicht nur gemeint, dass ich den nicht wirklich zielführenden Tipp „lass das!“ gebe. In einem gewissen Maße mag das funktionieren, die Wirkung ist doch aber arg begrenzt, so lange Dein Coach nicht 24/7 an Deiner Seite ist und Dir gegebenenfalls auf die Finger haut, wenn Du Dir die Schokolade in den Mund schiebst.

Vielmehr versuchen wir herauszufinden, was der jeweilige Auslöser war bzw. wie es zu dieser Situation kam. Nur wenn wir das ermitteln und darüber sprechen (bzw. Du das so gut es geht auch alleine für Dich tust, falls Du niemanden beratend an Deiner Seite hast), dann können wir daraus lernen und es beim nächsten Mal besser machen. Vielleicht gelingt es uns, den Auslöser zu beseitigen oder auf ihn, wenn er auftritt, anders zu reagieren. Es ist übrigens kein entweder/ oder. Das Leben und auch das Feld der Ernährung und des Abnehmens ist nicht eindimensional, sondern verstrickt wie ein Spinnennetz.

Die Tochter war nicht schuld!

Wir haben uns also auch hier auf die Suche gemacht. Meine Klientin ist verheiratet und hat eine Tochter und oftmals werden Partner und Kinder als Begründung geliefert, wenn etwas nicht klappt. Teilweise berechtigt, teils handelt es sich hierbei aber auch um Ausreden. Ich erinnere mich noch nach vielen Jahren an die arg verdrehten Augen der Frau eines anderen Klienten, sie sei „schuld“, da sie ja die Süßigkeiten für ihn kaufen würde.

In vielen Fällen wird für die gesamte Familie eingekauft und gekocht und ein Ehemann, der auf sein Schnitzel mit Pommes pocht und Gemüse und Salat als Kaninchenfutter verunglimpft, ist wahrlich keine großartige Unterstützung.

Sehr problematisch finde ich es aus mehrerlei Hinsicht aber, für Kinder immer einen Vorrat an Süßigkeiten im Haus haben zu müssen. Wir haben das nicht… allerdings haben wir ja auch keine Kinder. Ich denke aber, dass es bei uns diese ominöse Süßigkeitenschublade nicht geben würde. Zum einen, weil ich es vermeiden würde, Kinder mit Süßigkeiten zu belohnen. Zum anderen aber auch, da vermutlich ich Opfer dieser Schublade wäre.

Also fragte ich in diesem Fall, ob es denn genau dies gewesen sei, ob die Süßigkeiten für die Tochter bestimmt gewesen seien, dann aber durch meine Klientin und ihren Mann (er beteiligte sich als guter Ehemann auch am Verzehr) gegessen wurden.

„Nein, wir waren hungrig einkaufen gegangen!“

Manchmal kann es so einfach sein!

Hungrig einkaufen zu gehen ist definitiv nicht empfehlenswert. Vermutlich hast Du es schon häufiger gehört und gelesen, möglicherweise sogar von mir. Wenn Du hungrig einkaufen gehst, dann setzt zwar nicht Dein Hirn, aber doch Deine Willenskraft aus.

Da kommen dann so Gedanken wie „das habe ich mir jetzt aber mal verdient“ und die eigentlichen Ziele, nämlich diese Sachen eher wenig zu essen, sich besser zu ernähren und abzunehmen, rücken in den Hintergrund.

Wenn Du hingegen Deine Ernährung planst, Dir im Vorfeld überlegst, was Du Dir kochen bzw. zubereiten möchtest, Du dann vermeidest hungrig einkaufen zu gehen und Dir auch wirklich nur die Sachen kaufst, die auch auf der Einkaufsliste standen, dann ernährst Du Dich in nahezu 100% der Fälle auch besser, als wenn Du Deinen Hunger entscheiden lässt.

Jetzt wo ich mich so in Rage geredet habe aufgrund dieser so simplen Tipps, die doch aber leider häufig nicht eingehalten werden, fällt mir gerade ein, dass das Gespräch noch weiterging… und dass ich meine Klappe mal nicht zu weit aufreißen sollte…

Wenn man die eigenen Tipps nicht beachtet… doof, ne?

Manche Dinge, wie eben diese blöde Geschichte mit dem hungrig einkaufen gehen, die weißt Du ja auch eigentlich. Trotzdem macht es aber wie bei so vielen Dingen doch Sinn, dies immer mal wieder zu hören, darüber zu sprechen und auch darüber nachzudenken. Schließlich möchtest Du vermeiden, dass es beim nächsten Mal wieder vorkommt, oder?

Und nicht nur Du möchtest das vermeiden, sondern auch ich. Sowohl bei Dir, denn ich wünsche Dir bestmöglichen Erfolg, ganz gleich ob wir zusammen arbeiten oder nicht, als auch bei mir selber. Auch ich stehe nämlich vor ähnlichen Herausforderungen wie Du… und leider, leider hatte ich auch eine ganz aktuelle Geschichte zu erzählen.

Zwei Tage vorher waren meine Frau und ich vor dem Abendessen eine kleine Runde spazieren und dabei noch ein paar Kleinigkeiten einkaufen. Ich hatte schon echt gut Hunger und den Tag über noch nicht soooo viel gegessen. Neben Gemüse und ein paar anderen Dingen wollte ich mir auch eine Tüte Chips kaufen. Die gehören bei uns nicht zum Standard und wir haben auch keinen Vorrat zuhause… wobei das nicht wirklich verwunderlich ist, denn selbst wenn wir einen Vorrat hätten, dann hätten wir diesen vermutlich nicht lange und es wäre also doch keiner mehr da. 🙂

Ich handhabe das bei solchen Sachen dann genauso, wie ich es auch Dir und allen anderen empfehle: wenn Du Dir etwas außer der Reihe gönnen möchtest, dann tu das geplant und kaufe Dir die Chips, Süßigkeiten oder was auch immer Deine Ausnahme von der „gesunden“ Ernährung ist erst, wenn Du diese auch planst Dir zu gönnen.

Okay, aber was ist nun das Problem mit mir und meinen Chips? Das hatte ich mir ja so eingeplant…

Der Fitnesstrainer… verloren in der Knabberabteilung des Supermarktes

Ich stehe also so vor der Wand mit den Chips und überlege… mag ich lieber die… oder doch die. Doof, wenn man sowas nicht so oft isst und auch nicht testen kann. Wenn ich jetzt die falschen nehme und die schmecken nicht… und noch viel schlimmer: wenn ich die dann aufgegessen habe und ich möchte noch welche. Ich gehe dann doch nicht extra nochmal los, auch wenn wir einige Supermärkte fußläufig erreichbar haben.

Vielleicht vermutest Du schon: ich habe mir zwei Tüten Chips gekauft und vermutlich vermutest Du auch den weiteren Verlauf des Abends richtig weiter.

Ein paar der Chips nimmt sich meine Frau, dann folgt der Hinweis: „Stellst Du die bitte auf Deine Seite!“ Sie benötigt jeweils nur eine Viertelstunde oder so an Willenskraft, dann sind die Chips nämlich nicht mehr verfügbar, selbst wenn sie noch welche haben möchte.

Ich habe es übrigens auch schon mal mit „halbe Tüte davon und halbe Tüte davon“ und den Rest packe ich weg probiert… was dann dazu führte, dass ich mir anschließend nochmal „halbe Tüte davon und halbe Tüte davon“ nachgefüllt habe. Chips (und andere Lebensmittel auch) sind ganz einfach so konzipiert, dass die meisten von uns nicht anders können, als immer weiter zu machen…

Was Du daraus lernen kannst

Vermutlich war das jetzt nicht die spannendste Geschichte, die Du jemals gelesen hast. Achtung: das war auch nicht die Idee dahinter. Es sind oftmals nicht die großen, neuen Errungenschaften. Keine wissenschaftlichen Erkenntnisse und neue Methoden, nicht die aktuellste Diätform der Hollywoodstars oder ein geheimes Mittelchen zum Abnehmen. Es sind (und das wird so bleiben) die Basics. Du musst die wichtigen Dinge richtig machen und oftmals sind es so einfache Sachen wie „nicht hungrig einkaufen zu gehen“, die für einen Großteil des Erfolges verantwortlich sind.

Vielleicht hilft es Dir ja auch, dass ich vor ähnlichen Herausforderungen stehe wie Du. Es sind nicht immer haargenau dieselben Dinge (ich war noch nie eine Frau, habe deswegen auch noch keine Schwangerschaft hinter mir und war beispielsweise auch nicht stark übergewichtig), aber vieles was ich Dir vermittele, ist eben nicht nur Lehrbuchwissen (wobei das prinzipiell ja eine gute Sache ist), sondern aus eigener Erfahrung und wie in diesem Fall auch das, was mich immer und immer fordert.

Falls Du die heutigen Tipps hilfreich fandest und mein Buch noch nicht kennst: in „Fang an – Bleib dran!“ behandele ich viele Themen wie das heutige hier. Schau doch gerne mal rein! Du bekommst das Buch bei Amazon:

„Fang an – Bleib dran!“ (als Buch oder Ebook, auch über Kindle unlimitted)…

… oder natürlich auch bei mir direkt!

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