Schlechte Laune wegen Fitnessinfluencern?

Na, bist Du auch auf dem sozialen Medien wie Instagram oder Facebook unterwegs? Bist Du fitnessinteressiert und folgst nicht nur meinen beiden Accounts (t.huelsemann_deistertraining und deistertraining_outdoorkurse), sondern auch der ein oder anderen makellosen Fitnessinfluencerin und jungen Männern mit nahezu Wettkampfbodybuilding-Form?

Dann ist dieser kurze Artikel für Dich!

Ich auch!

Na klar, geht mir doch genauso. Neben den realen Personen aus meinem persönlichen Umfeld und vielen Menschen „von früher“ folge natürlich auch ich fitnessrelevanten Seiten. Bei mir sind das dann zwar meist keine Sixpack-Models, die mir zeigen, wie sie ihren Magerquark lecker zubereiten oder mich zum erstaunen bringen, weil sie dann doch wieder irgendeine Übung aus dem Hut zaubern, die ich noch nicht kenne. Stattdessen sind es bei mir halt die ganz großen Nummern der Fitnessszene, zum Beispiel die, deren Bücher oder Fachartikel ich gelesen habe.

Geht es Dir besser, wenn Du durch Instagram gescrollt hast?

Jetzt aber erstmal zurück zu Dir, falls Du solchen Accounts folgst. Wenn Du mal wieder Zeit auf Instagram verbracht hast, geht es Dir dann besser als vorher oder eher schlechter? Doofe Frage, oder? Wir beide wissen, dass dem in den meisten Fällen nicht so ist. Ich ärgere mich meistens über mich selbst. Schon wieder habe ich viel zu viel Zeit Reels von Pandabären (Warnung, fang damit nicht an!!! Die sind so ungeheuer putzig!) oder Wrestlingstars aus den 90er-Jahren angeschaut. Die Sachen, die mir zudem zwischendurch vorgeschlagen werden sind auch nicht viel besser. Klar, manches ist lustig, aber mein Leben wäre ohne diese Videos nicht schlechter weiter gegangen.

Okay, Torsten ärgert sich also über verschwendete Zeit, aber da würde ich jetzt nicht explizit nen Artikel drüber schreiben.

Viel schlimmer finde ich, wie die perfekte Social-Media-Welt auf uns wirkt.

Alle reich, hübsch, schlank und muskulös!

Gerade wenn Du in der Fitnessszene unterwegs bist, wirst Du das bestätigen können: alle immer gut gelaunt, so viele Menschen, die die Form haben, die wir gerne hätten. Alle immer am Urlaub machen und wenn nicht gerade Urlaub, dann doch immerhin ein Foto aus dem Alltag mit einer klugen Lebensweisheit, weil alles ist ja so gut und das Leben ist schön (ist es allerdings meistens auch!). Die einzigen negativen Dinge, die gepostet werden, sind irgendwelche Fail-Videos… und das vor allem, weil die lustig sein sollen.

Ich bin wirklich ein lebensbejahender, positiver Mensch. Ich habe eine tolle Frau, meine Arbeit ist meine Berufung und ich bin dankbar für meine Trainierenden. Ich habe prinzipiell ein ziemlich cooles Leben und arbeite daran, dass das so bleibt oder vielleicht in Nuancen noch besser wird.

Wenn ich aber auf Instagram bin, komme ich mir vor wie der letzte Loser. Da sind alle immer so perfekt.

Positive Dinge färben ab, aber…!

Kommen wir wieder zurück zu Dir oder zu anderen, die den Influencern folgen. Warum tust Du das? Wenn ich jemanden frage, dann höre ich meist „Motivation“ und „Information“. Man will sich inspirieren und informieren.

Grundsätzlich ist es auch gar nicht so schlecht, im direkten Umfeld Menschen zu haben, die schon dort sind, wo Du gerne hin möchtest. Oder zumindest mal auf dem Wege dorthin. Das inspiriert, das zeigt Dir, dass es möglich ist,

Andersherum ist es übrigens genauso. Hast Du beispielsweise viele übergewichtige Freunde, so ist die Chance größer, dass als Du übergewichtig wirst. Das liegt nicht nur daran, dass Ihr vielleicht gemeinsam zu oft grillt und Bier trinkt, es verändert auch Dein „normal“. Wenn alle anderen übergewichtig sind, dann ist Dein Bäuchlein doch normal und wird von Dir viel eher hingenommen. Hättest Du nur sportliche, schlanke Freunde, wäre die Wahrscheinlichkeit viel größer, dass auch Du schlank sein möchtest und es vielleicht sogar wirst. Scheint ja schließlich normal zu sein.

Es muss aber realistisch bleiben!

Wenn Du in den sozialen Medien auf Fitnessseiten unterwegs bist, so setzt das aber ein ganz anderes „normal“. Normal ist hier perfekt. Mädels, die beim Bodybuilding in der Bikiniklasse antreten könnten (oder das sogar tun) und Jungs, bei denen Du überlegst, ob Du das Gesicht (und den Körper) nicht eventuell auf dem Titelcover der letzten Men’s Health gesehen hast.

„Okay, Torsten hat oben erklärt wie das geht. Wenn das mein normal ist, dann werde ich das bald auch erreichen!“

Nein! Auch wenn das jetzt hart ist, aber da müssen wir durch: die allermeisten von uns werden das so NIEMALS erreichen. Egal wie stark wir wollen und wie sehr wir uns anstrengen!

Warum die meisten von uns nie so aussehen werden…

Ich kenne echt eine Menge sportliche, fitte Menschen. Die, auf die Altersgenossen zeigen und sagen: „So fit möchte ich sein, so schlank und muskulös, das wäre genial!“

Fitness-Influencer ist keine dieser Personen…

Warum aber können wir Normalos, selbst die fitten Menschen aus meinem Umkreis, auch nicht annähernd so einen Körper erreichen wie die großen Nummern der Influenzier-Szene?

Gründe, warum wir nicht so aussehen wie die Influencer

  • Alter: Ich weiß nicht, wie alt Du bist, aber ich werde in diesem Jahr 48. Ich kann, was gewisse Dinge angeht, ganz einfach nicht mit einem halb so alten mithalten. Also einem fitten halb so alten. Man kann auch jung komplett unfit sein. Aber von denen sprechen wir hier ja nicht.
  • Trainingsalter: ein wirklich beeindruckender Körper braucht ein paar Jahre. Das geht nicht in ein paar Wochen oder Monaten. Ein schlanker, durchtrainierter Frauenkörper mag da (wenn vorher nicht zu viel Körperfett da war) vielleicht schneller gehen als ein wirklich beeindruckender Männerkörper mit dicken Muskeln.
  • Trainingsintensität/-häufigkeit: Ich fände es klasse, wenn jeder Mensch 2x wöchentlich eine Dreiviertelstunde Krafttraining machen würde. Dann wäre die Welt echt ne bessere… aber um wirklich beeindruckende Ergebnisse zu erzielen, da sind mehr Trainingseinheiten sicherlich zielführender. Und auch die Intensität muss stimmen, bzw. vermutlich höher sein als das, was die meisten von uns beim Krafttraining an den Tag legen. Falls Du Dich gemobbt fühlst: ich sortiere mich als ambitionierter Fitnesssportler da auch mit ein -> ich trainiere schon ganz gut, aber härter und intensiver ginge sicherlich (muss aber vielleicht nicht mehr unbedingt sein).
  • Genetik: Tja, ganz gemeines Thema. An der Genetik kannst Du nichts ändern. Manche sind ganz einfach dafür gemacht, schneller Muskeln aufzubauen. Du kannst auch an Deinen Proportionen nichts ändern. Ob jetzt beispielsweise die Extremitäten länger oder kürzer sind und das Becken breiter oder schmaler, da kannste nix machen. Also Du kannst schon viel machen und viel verändern, aber an den mit der optimalen Genetik wirst Du vermutlich nicht herankommen.
  • Ernährung: muss auch mal drüber gesprochen werden. Du hattest mir doch gerade gesagt, dass Du ganz gerne weiter so essen würdest wie bisher oder vielleicht nur ein klein bisschen was verändern möchtest. Hast Du gesehen, wie die kleine Fitness-Influencerin kurz zu uns rübergeschaut und die Augenbraue hochgezogen hat? Die ist schon das ganze Jahr auf Diät. Ihr Freund mit den dicken Armen ließ sich von uns übrigens gar nicht ablenken, der stochert weiter in seinem Tupperbecher und schiebt Reis, Pute und Broccoli in seinen Mund. Watt mutt, dat mutt!
  • Topform: Selbst Menschen, die mit ihrem Körper ihr Geld verdienen, sind oft nicht das gesamte Jahr in Topform. Nein, ich korrigiere: so gut wie niemand ist das ganze Jahr in Topform, das geht ganz einfach nicht. Allerdings kann man die Fotos ja das ganze Jahr über verwenden, die man in Topform gemacht hat!
  • Licht, Posing usw.: „So nen schlanken Bauch wie das Mädel hier auf dem Bild hätte ich gerne!“ Ich gebe zu, die hat auch wirklich einen flachen Bauch…. allerdings wurde das Bild aus einer sehr vorteilhaften Position aufgenommen und zwei Sekunden später, als sie ausgeatmet hatte, sah es auch schon wieder anders aus. Such da ruhig mal nach, per google sollte das ja möglich sein. Ich habe schon mehrfach Filme oder Beiträge von Influencern gesehen, die genau das gezeigt haben, nämlich dass die Fotos meist nicht das reale Leben widerspiegeln.
  • Real Life: Hast Du einen Job, der Dich 20, 30 oder 40 Stunden (oder mehr) beansprucht… und die Kinder oder Deine Eltern oder der Verein wollen auch noch was von Dir? Wer sein Geld als Influenzer verdient, der hat bestimmt auch ne Menge Arbeit, die Fotos, Videos, Beiträge usw., die kosten bestimmt sehr viel Zeit. Für diese Menschen ist ihr Körper und ihr Training und ihre Ernährung aber Teil ihres Jobs.
  • Unterstützende Substanzen: wenn Du möchtest, dann benutze auch hier wieder die Internetrecherche… zum Beispiel Influenzer + Anabolika oder ähnliche Suchbegriffe. Ich bin auf dem Wege über diverse Erfahrungsberichte von „Aussteigern“ gestoßen. Wenn jemand, die oder der (siehe die anderen Punkte) ohnehin schon bessere Ausgangsbedingungen hat, das Ganze noch mit Medikamenten unterstützt, dann liegen da noch mehr Welten zwischen und und ihm/ ihr. Ob Dein Lieblingsinfluencer jetzt rein natural unterwegs ist, das ist dabei erstmal egal. Viele sind es jedenfalls nicht.

Und jetzt?

Wie mit allen Tipps, die ich gebe: nimm Dir, was Du momentan umsetzen möchtest und mache das Beste daraus. Du darfst natürlich gerne weiter Influencern folgen, aber vielleicht habe ich Dich ja ein wenig für dieses Thema sensibilisiert. Suche Dir auf jeden Fall Menschen, die Dich inspirieren. Aber vielleicht findest Du die ja eher im realen Leben und nicht in den sozialen Medien?

Wenn Dir der Artikel gefallen hat, lass es mich gerne wissen, beispielsweise mit einem Kommentar. Oder leite ihn gerne an Freunde weiter, die sich auch dafür interessieren könnten. Ich danke Dir!

P.S.: falls Du Lust hast, hier ein gutes, informatives Video zu dem Thema:

Süchtig nach Muskeln

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