Motivation ist ein Arschloch – Warum Disziplin dein wahrer Superheld ist


Wir alle kennen diesen einen Moment: Du bist bis in die Haarspitzen motiviert. Du möchtest am liebsten alles auf einmal ändern und verbessern und in diesem Zuge – wenn Du schon mal dabei bist – am besten auch gleich noch die Weltherrschaft an dich reißen. Ich habe im Laufe der Jahre mit vielen Menschen zu tun gehabt, die genau so vor Motivation gestrotzt haben. Doch fast alle hatten eines gemeinsam: Kurze Zeit später war von diesem Feuer nichts mehr übrig, die hochgesetzten Ziele waren quasi verglüht.

1. Das falsche Versprechen der Motivation

Ein klassisches Beispiel aus meinem Alltag im Fitnessstudio, das in dieser Form immer wieder vorkam und auch zukünftig vorkommen wird: Jemand (üblicherweise seit kurzem wieder Single und nach eigener Einschätzung nicht konkurrenzfähig auf dem Partnermarkt) kommt zum Trainingstermin und sagt: „Torsten, ich möchte jetzt fünfmal die Woche trainieren und brauche einen strikten Ernährungsplan!“ 

Ich hatte vorher ins System geschaut: dieser vor Motivation gleich platzende Hobbysportler war im gesamten vergangenen halben Jahr nur 5x da… was ich dann auch zu bedenken gebe mit dem Vorschlag, wir könnten doch erstmal ein Programm für 2 oder 3x die Woche erstellen.

Mein gut gemeinter und nicht unbegründeter Vorschlag wird aber meist weggelächelt: „Nee, ich bin jetzt super motiviert! Diesmal klappt das!“

Das Problem? Motivation ist wie die Sonne. Mal strahlt sie, mal ist sie weg, sobald sich eine Wolke davor schiebt. Wenn du deine sportliche Arbeit und deine Ernährung rein auf Motivation aufbaust, bist du aufgeschmissen, sobald der erste Regen kommt.

2. Warum Motivation ein Arschloch ist

Motivation ist unzuverlässig, weil sie chemisch bedingt ist. Sie ist ein Kind des Dopamins – ein kurzer Rausch, der uns den ersten Schritt machen lässt, uns aber niemals über die Ziellinie trägt. Sobald der Alltag zuschlägt, Sorgen dazwischenkommen oder die Energie für andere Projekte gebraucht wird, lässt sie dich im Stich. Ich nenne es gerne „wenn das Leben dazwischen kommt“.

Motivation ist extrem abhängig vom Umfeld. Wenn alles perfekt läuft, ist sie da. Wenn es stressig wird, verschwindet sie. Zwar kann ein gutes Umfeld – wie ein Trainingspartner, der dich abholt und ins Studio schleppt, oder ich als dein Personal Trainer, mit dem du fix verabredet bist und den du nicht enttäuschen möchtest – helfen, das Feuer wieder zu entfachen, aber darauf zu warten, ist der größte Fehler. Wer auf die perfekten Umstände oder nur trainiert, wenn er motiviert ist, der fängt entweder gar nicht erst an oder hört schnell wieder auf.

3. Disziplin: Freiheit statt Bestrafung

Lass uns Disziplin neu definieren. Disziplin ist keine Bestrafung – sie liefert dir Freiheit. Wir wollen Systeme schaffen, statt nur vagen Zielen hinterherzulaufen. Systeme sind Routinen und Gewohnheiten, die deine Willenskraft entlasten. Wenn du Dinge automatisch richtig machst, musst du nicht jedes Mal eine neue Entscheidung treffen.

Das Ziel ist der „Zähneputz-Effekt“. Du putzt dir hoffentlich zweimal am Tag die Zähne (falls nicht, dann sag mir das bitte nicht). Nicht, weil du morgens hochmotiviert vor der Zahnbürste stehst, sondern weil es Teil deiner Identität ist. Du bist jemand, der sich die Zähne putzt. Punkt. Genau dort wollen wir hin: Du bist jemand, der sich gesund ernährt und regelmäßig zum Sport geht. Nicht aus einem Impuls heraus, sondern weil es zu dir gehört.

4. Der Weg zum Ziel: Identität und die 5-Minuten-Regel

Wie schaffst du diesen Übergang? Probiere es doch mal mit einem dieser beiden (oder in diesem Fall gerne auch mal beiden) Ansätzen:

  • Die 5-Minuten-Regel: Nimm dir vor, jeden Tag nur 5 Minuten aktiv zu sein. Das Ziel ist nicht die Höchstleistung, sondern das Handeln an sich. Oft wird mehr daraus, aber selbst wenn es bei 5 Minuten bleibt: Es ist ein Erfolg, weil du dein System gefüttert hast. Du bist die Person, die täglich etwas für sich tut!
  • Handel wie Dein Zukunft-Ich: Wie würdest du dich selbst beschrieben? Oder noch wichtiger: wie sprichst Du mit dir selbst? Oft klingt das gar nicht gut. Deine beste Freundin würdest du so nicht beschreiben. Falls du unzufrieden bist, möchtest du von dieser Person, die du momentan bist, oft einfach nur weg. Du wärst gerne anders… schlanker, fitter, etwas in diese Richtung.
    Wie wäre es, wenn du jetzt schon anfangen würdest, dich als diese Person zu sehen? Sieh dich nicht als die Person, die Sport machen und auf die Ernährung achten muss, um abzunehmen. Sei die sportliche Person, die auf ihre Ernährung achtet. Und immer wenn du vor Entscheidungen stehst, dann frage dich: was würde mein „Zukunft-Ich“ jetzt machen?

Gerade die veränderte Sichtweise auf dich selbst kann so einen verdammt großen Unterschied machen. Viele denken, sie bräuchten nur den perfekten Plan und den halten sie dann ein… aber ohne die eine oder andere Veränderung der Denkweise wird das nicht zum Erfolg führen. Egal wie gut der Plan ist!

Fazit: Hör auf zu warten – fang an zu bauen

Motivation ist gut zum Starten, aber Disziplin ist das, was dich ans Ziel bringt. Erwarte nicht, dass der Weg immer Spaß macht oder die Sonne immer scheint. Bau dir stattdessen ein System aus Routinen, das auch dann funktioniert, wenn die Motivation mal wieder das Arschloch ist und sich nicht blicken lässt. Dann wirst Du auch in solchen Phasen dranbleiben und nur wer dran bleibt, der erreicht auch hochgesteckt Ziele!

Bist du bereit, deine Struktur aufzubauen? Als dein Personal Trainer helfe ich dir dabei, genau diesen Rahmen zu schaffen, damit Gesundheit und Fitness kein Zufallsprodukt deiner Laune mehr sind, sondern fester Teil deines Lebens.

Und soll ich Dir etwas verraten? Genau so empfehle ich es nicht nur, genau so handel ich auch selber… und ich bin der festen Überzeugung, dass das auch für Dich der richtige Weg sein kann!


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert