Die meisten Trainierenden im Fitnessstudio investieren Zeit und Energie – holen aber längst nicht das heraus, was möglich wäre. In diesem Artikel erfährst Du, welche typischen Fehler viele machen und wie Du mit ein paar entscheidenden Änderungen deutlich mehr aus Deinem Training herausholen kannst.
Viele Menschen trainieren regelmäßig im Fitnessstudio. Sie investieren Zeit, Energie und Geld – und trotzdem bleiben die Ergebnisse oft hinter den Erwartungen zurück. Die bittere Wahrheit ist: Die meisten Trainierenden holen längst nicht das heraus, was möglich wäre. Nicht, weil sie faul sind, sondern weil ihr Training weit weg vom Optimum ist.
In diesem Artikel geht es nicht darum, jemanden schlechtzumachen. Es geht auch nicht darum, Menschen zu beleidigen, die sich bemühen. Es geht darum, ehrlich zu sein. Denn manchmal muss man neben Lob und Motivation eben auch ganz einfach die bittere Wahrheit aussprechen. Und genau das möchte ich hier tun.
Ich lobe gerne – aber manchmal muss man Klartext reden
Ich lobe meine Trainierenden gerne. Ich glaube, das ist auch wichtig, damit sie am Ball bleiben. Menschen brauchen Anerkennung für das, was sie tun, und es hilft enorm, wenn sie merken, dass ihre Mühe gesehen wird. Gerade wenn jemand anfängt, sich überwinden muss oder sich mit Sport schwertut, ist positives Feedback wichtig.
Manchmal muss man aber auch ganz einfach die bittere Wahrheit aussprechen. Du magst mir da widersprechen oder du magst mir zustimmen, aber meine Meinung ist: Die meisten Trainierenden im Fitnessstudio holen bei weitem nicht das heraus, was dort möglich wäre. Oder lass es uns ganz einfach mal klartextmäßig aussprechen: Das, was viele im Fitnessstudio machen, ist ziemlich Grütze.
Natürlich gibt es Ausnahmen. Es gibt auch einige, die gut trainieren. Und irgendwo dazwischen gibt es auch Leute, bei denen man sagt: Ja, kann man so machen. Ist jetzt nicht optimal, aber geht. Aber die Mehrheit ist eben weit weg von dem, was man auch nur annähernd als gut bezeichnen könnte.
Die Schulnoten-Metapher: Die meisten liegen nicht bei einer 2
Ich vergleiche das Ganze gerne mit einer Schulklasse und den Noten bei einer Klassenarbeit. Da gibt es ein paar Herausragende, da gibt es ein paar, die äußerst schlecht abgeschnitten haben, und die meisten liegen irgendwo dazwischen. Viele glauben, es gehe einfach darum, ein paar Übungen korrekt auszuführen und dann sei schon alles okay. Aber das ist weit weg von der Realität.
Ich kenne nur sehr wenige Trainierende, bei denen ich sagen würde: Das wäre jetzt mal als Schulnote eine 2. Von einer 1 brauchen wir gar nicht erst sprechen. Die gibt es natürlich auch, aber sehr, sehr selten. Viele bewegen sich eher in einem Bereich, bei dem man mit viel Wohlwollen vielleicht eine 3 minus geben würde. Realistisch betrachtet ist es aber oft eher eine 4 minus. Und wenn der Lehrer früher nett war und man ihn ein bisschen freundlich angelächelt hat, dann wurde aus der 5 vielleicht doch noch eine 4. Viel mehr ist es in vielen Fällen leider nicht.
Nun mag der eine oder die andere sagen: Muss man denn immer alles optimal machen? Ist das denn so wichtig? Und meine Antwort darauf ist: Nein, man muss sicherlich nicht alles im Leben optimal machen. Du bist kein schlechter Mensch, wenn Dein Training weit weg vom Optimum ist. Darum geht es überhaupt nicht. Aber auf der anderen Seite gibt es eben auch genügend Personen, die jammern, wenn das Training nicht das bringt, was es bringen könnte. Und dann muss man auch so ehrlich sein und sagen: Vielleicht liegt das Problem nicht daran, dass Training nicht funktioniert, sondern daran, wie trainiert wird.
Wovon wir hier sprechen – und wovon nicht
Gehen wir erstmal davon aus, dass wir von den Menschen sprechen, die regelmäßig zum Sport gehen. Diejenigen, die es nicht regelmäßig ins Fitnessstudio schaffen, von denen brauchen wir jetzt gar nicht erst zu sprechen. Denn dass ein zu seltenes Training nicht optimal ist beziehungsweise so gut wie nichts bringt, das ist vollkommen klar.
Ich spreche hier von den Menschen, die es regelmäßig ins Studio schaffen und dadurch einiges an Zeit und auch Geld investieren. Die zahlen ihre Mitgliedschaft, fahren hin, verbringen dort Zeit, kaufen vielleicht noch Nahrungsergänzungsmittel oder investieren an anderer Stelle ebenfalls in ihr Training. Und ich rechne die Zeit bei den meisten sogar noch deutlich höher an als die paar Euro, die das Fitnessstudio kostet. Selbst wenn es ein teureres Studio ist: Die Zeit ist das Wertvollere.
Genau deshalb ist es so schade, wenn diese investierte Zeit so schlecht genutzt wird. Denn die meisten könnten aus der Zeit, die sie einsetzen, viel, viel mehr herausholen, als sie es tatsächlich tun. Es muss nicht alles perfekt sein. Es muss nicht jedes Training das absolute Beste sein. Es muss auch nicht alles bis ins letzte Detail ausgearbeitet sein. Aber Du würdest doch auch in der Schule versuchen, wenigstens bei einer 3 oder noch besser bei einer 2 zu landen. Die bittere Realität ist nur: Das, was viele im Fitnessstudio machen, ist bei weitem keine 3.
Punkt 1: Regelmäßigkeit – unter zweimal pro Woche ist wenig
Was sind also die Kriterien, die das Training so schlecht machen? Über das eine haben wir schon gesprochen: überhaupt regelmäßig zu trainieren. Alles, was unter zweimal die Woche liegt, ist beim Krafttraining schon arg wenig. Ja, einmal die Woche ist viel besser als gar nichts. Das will ich gar nicht kleinreden. Aber wenn Du weniger als zweimal trainierst, dann finde irgendwie einen Weg, eine zweite Einheit unterzubringen.
Das muss nicht zwingend eine zweite Einheit im Fitnessstudio sein. Das kann auch eine Einheit zu Hause sein. Man kann mit relativ einfachen Mitteln einiges erreichen. Mit Körpergewicht, mit einem TRX oder Slingtrainer, vielleicht mit einer Kettlebell oder mit ein paar Kurzhanteln. Es muss nicht viel Equipment sein, um sinnvoll zu trainieren. Vielleicht eine Einheit im Fitnessstudio und die zweite dann zu Hause. Das kann absolut funktionieren.
Natürlich sollte auch diese Einheit durchdacht sein. Es sollte nicht einfach nur irgendwie Bewegung sein. Gute Bewegungsausführung und die anderen Dinge, von denen wir gleich sprechen, sollten natürlich auch da eine Rolle spielen. Aber grundsätzlich ist es machbar. Wenn Du es also in Deiner Sportgruppe, im Studio oder im Alltag nicht schaffst, regelmäßig genug dort zu trainieren, dann mach bitte etwas zu Hause.
Punkt 2: Trainingsplan – bitte nicht einfach irgendwas zusammenbasteln
Der nächste Punkt ist der Trainingsplan. Und hier habe ich ganz bewusst gesagt: Gehen wir davon aus, dass Du einen Trainingsplan bekommen hast, der auf Deine persönlichen Bedürfnisse und Deine Zielsetzung eingeht und in Richtung Deines Ziels arbeitet.
Warum habe ich das so ausdrücklich gesagt? Weil mal ganz ehrlich: Hast Du gelernt, Dir selbst einen Trainingsplan zu erstellen? Ich weiß, viele machen das sehr gerne. Die basteln sich Übungen zusammen, nehmen hier etwas aus einem Instagram-Video, da etwas aus einem YouTube-Clip, erinnern sich an irgendeine Übung aus einem alten Studio-Plan und machen daraus dann ihren eigenen Trainingsplan.
In seltenen Fällen mag das auch gelingen. Es gibt natürlich Trainierende, die so tief in der Materie drin sind, dass sie quasi genauso viel wissen wie viele Trainer. Aber das ist der ganz seltene Fall. Meistens sind die selbst erstellten Pläne mehr oder weniger wahllos zusammengestellte Übungen, die für sich genommen teilweise gar nicht schlecht sind, als Gesamtpaket aber eben nicht passen.
Ich vergleiche das gerne mit einem Kuchenrezept. Du hast genug Mehl und andere Sachen, aber der Zucker oder die Süße fehlt. Oder von anderen Dingen ist zu viel drin. Insgesamt passt das Ganze nicht – und am Ende wird das ein ganz gruseliger Kuchen. Genau das machen viele mit ihrem Training. Wobei das, was manche im Fitnessstudio trainieren, nicht einmal eine richtige Kuchenmasse ergibt, sondern eher ein Haufen Mehl und andere Zutaten ist, der noch nicht einmal ordentlich miteinander vermixt wurde.
Also, ganz klar: Sei nicht dämlich und bastle Dir nicht einfach so einen Haufen Zutaten zusammen. Wenn Du mit Training wirklich etwas erreichen willst, dann verfolge einen Plan, der an Deinen Zielen orientiert ist und nicht einfach nur aus zufälligen Übungen besteht.
Punkt 3: Trainingstechnik – Gewichte bewegen ist nicht automatisch gutes Training
So, und jetzt gehen wir mal davon aus, dass dieser Trainingsplan besteht und auch wirklich Sinn ergibt. Dann ist die nächste Frage natürlich: Werden die Übungen, die auf diesem Plan stehen, auch wirklich so ausgeführt, dass sie das erfüllen, was sie erfüllen sollen?
Und auch hier gilt in sehr vielen Fällen wieder: nein. Da wird an Griffen gezogen, da werden Hanteln geschwungen, da werden Gewichte irgendwie bewegt, weil sie vermeintlich das trainieren sollen, was Inhalt der Übung ist. Aber in ganz vielen Fällen wird die Intensität von dem eigentlichen Zielmuskel oder der eigentlichen Bewegung weggenommen und stattdessen durch andere Muskeln, durch Schwung, durch abgefälschte Bewegungen oder sonst irgendetwas ersetzt.
Ist das optimal? Nein. Beantwortet sich also im Grunde von selbst. Und wenn ich das so beschreibe, dann geht es mir nicht darum, Trainierende, die das nicht gut machen, zu beleidigen oder schlechtzumachen. Aber im Durchschnitt ist die Bewegungsausführung in Fitnessstudios relativ schlecht. Auch hier kannst Du wieder sagen: Es gibt die einen oder anderen, die eine 1 oder eine 2 verdient haben. Dreier oder Vierer sind aber deutlich häufiger. Und es gibt sehr, sehr viele, die in dieser Klasse nicht versetzt werden würden, weil ihre Übungsausführung nichts anderes als eine 5 oder in manchen Fällen sogar eine 6 ist.
Eine Übung einmal gezeigt zu bekommen reicht nicht
Es ist übrigens, wenn Du Übungen erlernen möchtest, nicht damit getan, sie Dir einmal zeigen zu lassen. Das Erlernen einer Übung oder einer Bewegung bedeutet nicht, dass Du sie einmal gezeigt bekommst und dann versuchst, das irgendwie nachzumachen. Das ist ein Prozess.
Wenn ich jemandem eine Übung zeige und ich möchte, dass diese Person diese Übung auch gut ausführt, dann erkläre ich sie natürlich zu Beginn, mache sie oftmals auch vor. Aber damit ist es eben nicht erledigt. Es ist ein steter Prozess, weiter daran zu arbeiten. Denn die Bewegungsausführung ist am Anfang eben oft noch nicht optimal. Vielleicht ist es so, dass es einigermaßen geht. Dann korrigiert man. Dann versucht man, es besser zu machen. Dann korrigiert man wieder. Ich lobe natürlich auch, wenn Sachen gut umgesetzt werden. Aber oftmals ist es ein stetiges Arbeiten daran.
Und ich sehe auch bei Menschen, mit denen ich wirklich sehr regelmäßig Kontakt habe, also zum Beispiel in meinen Kursen, dass es auch mit zwei- oder dreimal zeigen eben noch nicht getan ist, eine Übung wirklich gut auszuführen. Das liegt nicht daran, dass die Menschen doof sind. Es liegt auch nicht unbedingt daran, dass sie totale Bewegungslegastheniker sind. Es liegt ganz einfach daran, dass es nicht gottgegeben ist, dass Du etwas Körperliches sofort so beherrschst, dass es gut funktioniert.
Das Latzug-Beispiel: Es sieht ähnlich aus, trifft aber den falschen Muskel
Oder nehmen wir ein weiteres Beispiel, das ich sehr häufig sehe. Es mag vielleicht von außen so ähnlich aussehen wie das, was der Influencer in seinem Video vormacht. Nehmen wir zum Beispiel eine besondere Form des Latzugs. In Wahrheit ziehen aber ganz andere Muskeln an diesem Griff, weil der Trainierende – ob Anfänger oder jemand, der schon länger dabei ist, aber es eben nie richtig gelernt hat – gar nicht in der Lage ist, den Latzug wirklich aus dem Latissimus zu ziehen.
Stattdessen wird der Griff mit aller brachialen Gewalt umklammert und das Gewicht im Grunde aus dem Bizeps nach unten gezerrt. Na gut, das mag dann vielleicht dem Bizeps ein bisschen helfen. Aber wenn Du eine spezielle Form des Latzugs machst, um Deinen Latissimus, also den Rückenmuskel, zu treffen, dann ist der Bizeps dabei erstmal ziemlich egal. Für den solltest Du dann vielleicht lieber Bizepstraining machen.
Deshalb mein Tipp an dieser Stelle: Arbeite an Deiner Bewegungsausführung. In fast jedem Fitnessstudio gibt es Trainer, die sich freuen, wenn Du sie darauf ansprichst. Natürlich gibt es auch hier bessere und schlechtere. Aber ganz ehrlich: Selbst vergleichsweise neue Trainer, die noch nicht viel Erfahrung haben, könnten den meisten Trainierenden schon sehr viele Dinge zeigen und sie damit verbessern.
Und wenn Du jemanden hast, von dem Du weißt, dass diese Person wirklich Ahnung hat, dann geh da häufiger hin. Bitte um Hilfe. Denn wenn ein Trainer oder eine Trainerin merkt, dass Du interessiert bist, dass Du Dinge lernen möchtest, dass Du zuhörst und versuchst, das Ganze umzusetzen, dann ist diese Person auch viel eher bereit, sich intensiver um Dich zu kümmern. Dann heißt es eben nicht: Ach, da ist wieder einer, der eh nur sein Ding macht. Sondern eher: Oh, da ist jemand, der will wirklich was lernen. Dem kann ich noch etwas zeigen.
Punkt 4: Trainingsintensität – hier scheitern extrem viele
Gehen wir jetzt einmal davon aus, dass Du einen guten Trainingsplan hast, den Du häufig genug trainierst und bei dem die Übungen auch so ausgeführt werden, wie sie gedacht sind. Dann ist eine Sache noch ganz häufig nicht in Ordnung: die Trainingsintensität.
Hier muss man sagen: Frauen sind oftmals mehr darauf aus als Männer, die Übungen wirklich korrekt auszuführen. Männer hingegen versuchen es im Durchschnitt eher über die Intensität zu lösen. Natürlich gibt es in beide Richtungen Ausnahmen, wie immer. Aber in vielen Fällen – und das gilt wohlgemerkt auch für viele Männer, aber eben noch stärker für viele Frauen – werden die Übungen im Fitnessstudio ganz einfach nicht mit der nötigen Intensität ausgeführt.
Wenn Du mit Krafttraining wirklich Fortschritte machen möchtest, dann solltest Du eine gewisse Intensität an den Tag legen. Du musst Deinem Körper damit zeigen: Hey, da soll etwas passieren. Ich möchte stärker werden. Ich möchte Muskeln aufbauen. Denn der Körper fühlt sich nur dann gezwungen, mit Anpassungen zu reagieren, wenn der Reiz auch hoch genug ist. Und in sehr vielen Fällen ist er das eben nicht.
Das Beispiel mit der Brustpresse: Ein bisschen schwer ist nicht genug
Nehmen wir wieder ein ganz einfaches Beispiel. Du machst an der Brustpresse zehn Wiederholungen mit 40 Kilo. Das mag sich ein bisschen schwer anfühlen. Eventuell kommst Du sogar ins Schwitzen. Oft wird das dann auch noch dadurch ausgeglichen, dass die Pausen kürzer gemacht werden, weil man sich ja relativ schnell wieder erholt und schon den nächsten Satz anfangen kann.
Aber wenn Du ganz ehrlich bist und eigentlich mit 50 Kilo auch zehn Wiederholungen schaffen würdest, dann bist Du mit den 40 Kilo ganz einfach viel zu weit vom Muskelversagen entfernt. Und wenn Du mit 40 Kilo zehn Wiederholungen machst, obwohl Du mit diesem Gewicht vielleicht 15 oder sogar 20 Wiederholungen schaffen könntest, dann ist das kein Reiz, auf den der Körper ernsthaft mit Muskelaufbau oder Kraftzuwachs reagieren müsste.
Ein bisschen schwer reicht nicht. Ein bisschen Schwitzen reicht auch nicht. Kraft oder Muskelaufbau passiert bei einer solchen Intensität nicht in dem Maße, wie Du es Dir vermutlich wünschst.
Muskelversagen – oder zumindest sehr nah dran
Du musst mit der Intensität so nah ans Muskelversagen heran, dass Du in etwa zwei oder drei Wiederholungen davor aufhörst. Muskelversagen ist dabei der Punkt, an dem Du die Bewegung nicht mehr sauber ausführen kannst. Nicht: an dem es unangenehm wird. Nicht: an dem Du anfängst zu schnaufen. Sondern wirklich der Punkt, an dem es sauber nicht mehr weitergeht.
Und ich bin ganz ehrlich: Es gibt Trainierende in Fitnessstudios – und zwar auch in Studios, in denen ich gearbeitet habe und arbeite – die waren noch niemals so nah am Muskelversagen. Noch nie. Ja, das ist dann vielleicht ein bisschen Gesundheit, ein bisschen Bewegung, ein bisschen nett. Aber wirklich Erfolge erzielst Du damit nicht. Und ja, das ist ganz einfach auch die bittere Wahrheit.
Die meisten Trainierenden erzielen nicht die Erfolge, die sie eigentlich gerne hätten. Und hier hast Du eine ganz große Schraube, an der Du drehen kannst. Schnapp Dir auch hier gerne mal einen Trainer und lass Dich bei so einem Satz ordentlich durchleiten. Glaube mir, ich habe schon oft daneben gestanden und einfach gesagt: weiter, weiter, weiter. Weil es eben noch ging. Und oftmals gingen viel, viel mehr Wiederholungen, als die jeweilige Person vorher gedacht hat.
Hohe Intensität ja – aber die Technik darf nicht flöten gehen
Auf der anderen Seite ist aber natürlich auch wichtig: Du willst zwar nahe ans Muskelversagen kommen, aber die Technik darf dabei nicht flöten gehen. Das passiert auch Fortgeschrittenen, wenn sie nicht darauf achten oder wenn sie sich unsauberes Training über Jahre angewöhnt haben. Aber gerade Trainingsanfängern passiert es oft, dass sie bei höherer Intensität am Ende die Technik komplett verlieren.
Dann sieht das am Anfang des Satzes noch einigermaßen aus, dann wird es ein bisschen schlechter und am Ende ist es gruselig. Und gruselig darf es eben nicht werden. Auch das musst und kannst Du lernen.
Ein guter, fortgeschrittener Trainierender, der wirklich ordentlich trainieren kann, bei dem siehst Du zum Schluss des Satzes eben kein wildes Abfälschen, kein Einknicken in der Technik und kein völliges Auseinanderfallen der Bewegung. Was Du siehst, ist, dass die letzten Wiederholungen langsamer werden. Die Bewegungsgeschwindigkeit sinkt. Das Gewicht lässt sich nicht mehr in demselben Tempo bewegen wie vorher. Die letzten zwei oder drei Wiederholungen werden betont langsam. Das sind dann sogenannte Grinder. Da wird es anstrengend. Das sind die wichtigen Wiederholungen. Aber da wird eben kein Schwung geholt, da wird nicht abgefälscht, da wird nichts anderes daraus gemacht.
Du trainierst bis zu dem Punkt, wo es nicht mehr geht – oder auf jeden Fall sehr, sehr, sehr nah daran.
Was im Studio also stimmen sollte
Wenn wir das Ganze einmal zusammenfassen, dann sollte im Fitnessstudio Folgendes stimmen: Du gehst regelmäßig zum Training. Oft genug. Du trainierst die jeweilige Muskelgruppe mindestens zweimal pro Woche. Das kann über verschiedene Split-Systeme passieren oder auch über Ganzkörpertraining. Du kannst problemlos auch dreimal die Woche Ganzkörper trainieren, das geht ebenfalls sehr gut.
Dann brauchst Du einen geeigneten Trainingsplan, der zu Deinen Zielen und zu Deiner Person passt. Du brauchst eine saubere Technik. Du brauchst die nötige Trainingsintensität. Und ja, auch die Pausen zwischen den Sätzen sollten lang genug sein und nicht zu kurz, wenn es in Richtung Muskelaufbau geht.
Wenn diese Dinge stimmen, dann ist das, was Du im Fitnessstudio machst, schon einmal auf der richtigen Seite.
Punkt 5: Ernährung, Schlaf und Stress – hier liegt oft der Rest der Wahrheit
Der nächste Punkt, den ich hier nur kurz anmerken möchte, sind Regeneration und Ernährung. Wenn Du alles andere richtig machst und trotzdem nicht so vorankommst, wie Du möchtest, dann wird es vermutlich sehr oft hieran liegen. Vor allem an Schlaf, Stress und Ernährung.
Und wenn wir diese Punkte hier vergleichsweise kurz abtun, dann heißt das nicht, dass sie nicht wichtig sind. Ganz im Gegenteil. Aber das sind Themen, die sehr wahrscheinlich Stoff für einen weiteren Blogartikel und auch für eine weitere Podcast-Folge sind.
Ganz kurz dazu: Schlafe auf jeden Fall ausreichend. Versuche, wenn möglich, mehr zu schlafen, falls es bisher nicht genug ist. Versuche, die Schlafqualität zu verbessern, indem Du an Deiner Schlafumgebung arbeitest, an möglichst regelmäßigen Zubettgehzeiten, am Koffeinkonsum im Tagesverlauf – also Koffein nicht zu spät am Tag – und an all solchen Dingen.
Stressreduktion ist ebenfalls ein wichtiger Punkt, falls Stress bei Dir eine große Rolle spielt, was bei vielen Menschen der Fall ist. Und bei der Ernährung gilt: Wenn Du Muskeln aufbauen möchtest, brauchst Du ausreichend Kalorien. Das ist ganz wichtig. Und Du brauchst vor allen Dingen auch ausreichend Eiweiß. Außerdem sollten gewisse Mikronährstoffe, also Vitamine, Mineralstoffe und pflanzliche Sekundärstoffe, in ausreichender Menge vorhanden sein.
Aber wie gesagt: Das ist eigentlich ein eigenes Thema.
Die gute Nachricht: Du hast schon die wichtigste Basis
Wir haben heute erstmal Dein Training perfektioniert – oder zumindest die Baustellen herausgearbeitet, an denen Du arbeiten solltest. Wenn Du beim Lesen gemerkt hast beziehungsweise jetzt der Meinung bist, dass das bisher ziemlich Käse war, dann arbeite daran. Das ist überhaupt kein Problem.
Und hier kommt die gute Nachricht: Wenn Du bisher schon trainierst und es war vielleicht nicht optimal, dann sieh es positiv. Ich versuche Dinge immer positiv zu sehen, auch wenn ich jetzt sehr klar gesagt habe, was viele Leute beim Training falsch machen. Du trainierst schon einmal regelmäßig. Die wichtigste Basis ist also schon geschafft. Vielleicht war nicht alles perfekt, aber Du hast schon einige Dinge gut gemacht.
Jetzt geht es darum, daran zu arbeiten und es besser zu machen, damit Du auch die Resultate bekommst, die Du haben möchtest und die Du auch verdient hast. Denn fleißig bist Du ja. Nur das, was Du gemacht hast, war vielleicht bisher nicht optimal.
Hol mehr aus Deiner investierten Zeit heraus
Sprich Deinen Trainer im Fitnessstudio an. Lass Dir helfen. Kontaktiere gerne auch mich, wenn Du mit mir zusammenarbeiten möchtest, um Dein Training auf ein ganz neues Level zu bringen.
Ich bin sicher: Wenn Du das beachtest, was Du in diesem Artikel gelesen hast, dann kannst Du aus Deinem Training, aus Deiner Zeit und aus dem, was Du investierst, viel, viel mehr herausholen, als Du das bisher gemacht hast.
Ich drücke Dir die Daumen und wünsche Dir viel Erfolg.
Und wenn Du Unterstützung dabei haben möchtest, melde Dich gerne.

