Getrunkene Kalorien: Warum sie Dein Abnehmziel sabotieren

Ein Trainierender sprach mich vor vielen Jahren an. Er war nicht untrainiert oder gar dick, aber halt auch nicht definiert. Wir sprachen über seine Ernährung, und ich gab ihm einige Tipps. Dabei stellte ich ihm auch eine einfache Frage:

“Was trinkst Du eigentlich?”

Seine Antwort: “Eistee!”

“Eistee??? Wie viel?”

“So etwa 3 Liter am Tag.”

Ich habe ihm dann ausgerechnet, wie viele Kalorien das sind. Drei Liter Eistee pro Tag, das sind schnell 900 bis 1.200 kcal – also fast eine ganze Mahlzeit zusätzlich, nur in Form von Zuckerwasser! Selten war es so einfach, jemandem weiterzuhelfen. Er stellte sofort von Eistee auf zuckerfreie Getränke um und hatte innerhalb weniger Wochen sichtbare Fortschritte. Und genau darum geht es in diesem Artikel: Wie viele Kalorien Du durch Getränke völlig unnötig aufnimmst – und wie einfach Du sie einsparen kannst.

Welche Getränke wie viele Kalorien enthalten

Hier eine kleine Auswahl, die zeigt, wie schnell sich Kalorien durch Getränke summieren können:

  • Wasser: 0 kcal (die beste Wahl!)
  • Schwarzer Kaffee: 2 kcal pro Tasse
  • Cola, Limo & Co.: ca. 40-50 kcal pro 100 ml (eine 500-ml-Flasche hat also 200-250 kcal!)
  • Saft (z. B. Orangensaft): ca. 45 kcal pro 100 ml (ein großes Glas = ca. 135 kcal)
  • Milch (1,5 % Fett): ca. 50 kcal pro 100 ml
  • Latte Macchiato: ca. 150-200 kcal pro Becher
  • Bier: ca. 40-50 kcal pro 100 ml (0,5 Liter = 200-250 kcal)
  • Wein: ca. 70-80 kcal pro 100 ml (ein Glas = ca. 150 kcal)
  • Cocktails: 200-500 kcal pro Drink!

Wie auch unser Eistee-Lover unterschätzen viele Menschen den Einfluss von Getränken auf ihre tägliche Kalorienbilanz. Schnell mal eine Limo zum Essen, einen Saft zum Frühstück, ein Glas Wein am Abend – und schon sind 500 kcal extra auf dem Konto. Dabei kann man diese Kalorien ganz leicht einsparen, ohne sich beim Essen einzuschränken.

Kaloriendefizit: Mehr ist oft gar nicht nötig

Um abzunehmen, wird meist – auch von mir – ein Kaloriendefizit von 300-500 kcal pro Tag empfohlen. Und genau hier wird es spannend: Wenn Du täglich 2-3 zuckerhaltige Getränke trinkst, hast Du dieses Defizit oft schon wieder ausgeglichen – ohne dass Du es merkst. Ein großes Glas Saft am Morgen (135 kcal), ein gesüßter Eiskaffee am Nachmittag (200 kcal) und ein Feierabendbier (250 kcal) summieren sich schnell auf über 500 kcal.

Der Verzicht auf Limos, Säfte oder zuckrige Kaffeevarianten kann also bereits der Schlüssel zu Deinem Abnehmerfolg sein, ohne dass Du Dich in Verzicht oder extreme Diäten stürzen musst. Du kannst Kalorien einsparen, ohne zu hungern… denn einen weiteren großen Nachteil haben getrunkene Kalorien noch.

Warum getrunkene Kalorien Dich nicht satt machen

Einer der größten Nachteile von flüssigen Kalorien: Sie sättigen nicht! Dein Körper registriert Kalorien aus Getränken nicht auf die gleiche Weise wie Kalorien aus fester Nahrung. Während eine Mahlzeit mit 500 kcal Dir das Gefühl gibt, etwas gegessen zu haben, liefern ein Softdrink oder ein Smoothie dieselbe Menge an Kalorien – aber Du bist danach genauso hungrig wie vorher.

Studien zeigen, dass Menschen, die Kalorien in Form von Flüssigkeit konsumieren, diese nicht automatisch durch weniger Essen kompensieren. Das bedeutet: Wer viele Kalorien trinkt, nimmt unbewusst mehr Energie zu sich, als er eigentlich bräuchte. Besonders gefährlich sind Getränke mit hohem Zuckergehalt, da sie den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen und danach wieder absinken lassen – was oft zu Heißhunger führt.

Alkohol: Kalorienbombe mit doppelter Gefahr

Ein besonderes Problem sind alkoholische Getränke, allen voran Bier. Viele denken, dass Alkohol nur „leere Kalorien“ enthält – was schon schlimm genug wäre. Aber es kommt noch dicker: Alkohol verlangsamt den Fettabbau, beeinflusst den Hormonhaushalt und senkt oft die Hemmschwelle beim Essen. Wer nach zwei Bieren plötzlich Lust auf Chips, Pizza oder einen Mitternachtssnack bekommt, kennt das Problem. Und schon sitzt Du morgens um 6 nach durchzechter Nacht in einer Imbissbude und knallst Dir nochmal nen Döner oder 3 schlabbrige Billig-Burger mit Pommes und Cola rein.

Hier ein paar Beispiele für Kalorienfallen beim Alkohol:

  • Bier (0,5 Liter): 200-250 kcal – und bei wem bleibt es echt bei einem?
  • Weinschorle (0,3 Liter): ca. 100 kcal – auch hier bleibt es nicht bei einem Glas, oder doch?
  • Cocktails: 200-500 kcal – durch den Zucker und die Sahne in vielen Mixgetränken oft noch schlimmer als Bier oder Wein.

Das größte Problem: Alkohol wird selten nur in kleinen Mengen konsumiert. Während man sich beim Essen vielleicht noch ein bisschen zügelt, läuft es beim Trinken oft nach dem Motto: „Ach, ein Bier geht noch!“ Zwei, drei Bier oder ein paar Gläser Wein pro Woche können sich schnell zu einem Kalorienplus von mehreren Tausend kcal pro Monat summieren – genug, um eine komplette Diät zu sabotieren… oder um den Umfang des Bierbauches nach und nach zu vergrößern.

Der böse Mensch will mir mein Bier wegnehmen!

Nein, so böse ist er auch nicht. Es ist alles Deine persönliche Entscheidung. Aber wenn Du abnehmen oder zumindest den stetigen Bierbauch-Wachstums-Trend stoppen möchtest, dann sollte ich Dir der Fairness halber schon den größten Hebel nennen, den Du bedienen kannst.

Ein klein bisschen möchte ich Dich aber doch herausfordern. Falls Du einer der vielen „Ich könnte ohne Probleme drauf verzichten, aber ich will nicht!“-Typen, bist… vielleicht bist Du in Wirklichkeit ja ein „Ich will drauf verzichten, aber ich kann nicht!“

Ich finde sowas wie einen Dry-January nicht schlecht. Falls Du Dich jetzt freust, dass der nächste Januar noch lange hin ist… wie wäre es mit nächstem Monat?

Die bessere Wahl: Kalorienarme Getränke

Wenn Du Deine Kalorienzufuhr kontrollieren möchtest, gibt es einfache Alternativen:

  • Wasser: Immer die beste Wahl – auch mit Zitrone, Minze oder Gurke für mehr Geschmack.
  • Ungesüßter Tee: Grüner Tee, Kräutertee oder Schwarztee – kalorienfrei und gesund.
  • Schwarzer Kaffee: Ohne Milch und Zucker eine super Option.
  • Light-Getränke: Auch wenn sie nicht perfekt sind, sind sie oft die bessere Alternative zu normalen Softdrinks.
  • Alkoholfreie Alternativen: Alkoholfreies Bier oder Mocktails (Cocktails ohne Alkohol) enthalten meist deutlich weniger Kalorien als die alkoholische Variante.

Fazit

Getrunkene Kalorien sind heimtückisch: Sie liefern Energie, aber keinen Sättigungseffekt – und genau das macht sie so problematisch, wenn Du auf Dein Gewicht achten willst. Besonders gefährlich sind zuckerhaltige Softdrinks, Säfte und alkoholische Getränke wie Bier, die oft in großen Mengen konsumiert werden.

Schon kleine Veränderungen wie der Verzicht auf gesüßte Getränke oder das Reduzieren von Alkohol können einen großen Unterschied machen und Dir helfen, Dein Kaloriendefizit zu erreichen, ohne dass Du großartig an Deiner Ernährung schrauben musst.

Also: Trink Dich schlank – aber mit den richtigen Getränken!

Falls Du Unterstützung bei Deiner Ernährung möchtest oder unsicher bist, welche Strategien für Dich am besten funktionieren, melde Dich gerne bei mir! Ich helfe Dir dabei, Deine Ernährung zu optimieren und Deine Ziele zu erreichen – ganz ohne unnötige Verbote, aber mit klugen Entscheidungen!

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