10 gesellschaftlich akzeptierte Essgewohnheiten, die eigentlich gar nicht normal sind
Einleitung
Wer sich – so wie ich und vielleicht ja auch wie Du – vergleichsweise gesund und kalorienbewusst ernährt, bekommt oft zu hören:
„Du, das ist doch nicht normal, dass Du so auf Deine Ernährung achtest.“
„Kalorien zu tracken ist doch übertrieben. Das ist gegen die Natur.“
„Meal Prep? Das ist doch kein Leben.“
Immer wieder heißt es: Das ist nicht normal.
Aber was ist denn dann normal?
Ich möchte heute mal den Perspektivwechsel wagen und – ein bisschen provokant soll es sein – 10 gesellschaftlich akzeptierte Ess- und Trinkgewohnheiten unter die Lupe nehmen, die viele für völlig normal halten – die aber auf den zweiten Blick alles andere als artgerecht, gesund oder zielführend sind.
1. Dauerhaft im Kalorienüberschuss leben – weil’s angeblich normal ist
Okay, wenn eine kalorienbilanzierte Ernährung als „nicht normal“ gilt – was ist dann mit dem Gegenteil?
Ist es „normal“, wenn sich die Mehrheit bei uns und fast überall auf der Welt überkalorisch ernährt? Also deutlich mehr Energie zuführt, als sie verbraucht – und dadurch überschüssiges Körperfett aufbaut?
Offenbar ja. Denn über 60 % der Deutschen sind übergewichtig. Und dieses Übergewicht ist nichts, was einfach vom Himmel gefallen und an den Menschen hängengeblieben ist. Das ist das direkte Resultat einer dauerhaft erhöhten Energiezufuhr – meistens in Kombination mit zu wenig Bewegung und kaum strukturiertem Sport.
Dabei geht es nicht nur ums Optische. Übergewicht erhöht nachweislich das Risiko für zahlreiche Erkrankungen: Bluthochdruck, Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gelenkprobleme, hormonelle Dysbalancen, bestimmte Krebsarten – um nur einige zu nennen.
Klingt das gesünder als eine bewusste, kalorienbewusste Ernährung? No answer needed…
2. Hochverarbeitete Lebensmittel – künstlicher Geschmack statt echter Nährstoffe
Ich möchte den Genießern unter uns die geschmackliche Komponente nicht absprechen. Natürlich darf Essen lecker sein und natürlich darf man es genießen. Genuss gehört zum Leben, übrigens auch für mich. Mir schmeckt das was ich esse übrigens meist ausgezeichnet gut, obwohl ich auf viele Dinge bewusst verzichte, die für andere dazu gehören.
Aber denken wir mal ein paar tausend Jahre zurück:
Unsere Vorfahren hatten keinen Zugang zu Maggi, Tütensuppen, Fertiggerichten, aromatisierten Joghurts oder Proteinriegeln mit Keks-Geschmack. Da ging es beim Essen vor allem darum, dem Körper Energie und Nährstoffe zuzuführen.
Heute bestehen viele Produkte eher aus Chemie als aus echten Lebensmitteln: Geschmacksverstärker, Emulgatoren, künstliche Aromen, Zucker, billige Fette, Farbstoffe. Sie sind so konzipiert, dass sie uns übermäßig gut schmecken – damit wir mehr davon essen, als wir brauchen.
Das Ergebnis: viele Kalorien, wenig Nährwert, keine echte Sättigung – und eine völlig verzerrte Vorstellung davon, was gutes Essen eigentlich ist.
3. Snacks statt Mahlzeiten – ständig essen, aber nie wirklich wissen, wie viel
Viele essen heute nicht mehr drei klare Mahlzeiten (wobei das auch kein festgeschriebenes Gesetz ist – sie snacken sich durch den Tag.
Ein Riegel hier, ein Keks da, ein bisschen Obst, eine Handvoll Nüsse, ein Stück Kuchen bei der Kollegin … und abends dann noch „richtig“ essen.
Das Problem: Die Kontrolle geht verloren.
Wenn ich mich kalorienbilanziert ernähre, dann weiß ich ziemlich genau, was ich am Ende des Tages zu mir genommen habe – und ob das zu meinem Ziel passt.
Beim Snacken ist das ganz anders. Viele schieben sich zwischendurch ständig kleine Happen in den Mund – und merken gar nicht, wie viele Kalorien da nebenbei zusammenkommen.
Und dann höre ich oft: „So viel esse ich gar nicht.“
Das mag sein – wenn man nur die Hauptmahlzeiten betrachtet. Rechne aber bitte noch die hunderte von Kalorien durch die ganze Zwischendrin-Nascherei obendrauf und schon kommen wir auf die Kalorienmenge, die ein Bauarbeiter am Tag benötigt. Nur sind diese Menschen meistens keine Bauarbeiter.
4. Getrunkene Kalorien – kein Sättigungswert, aber volle Kalorienladung
Ob Latte Macchiato mit Sirup, Saftschorlen, Limonade, Energy Drinks oder das Feierabendbier:
All diese Getränke liefern Kalorien – ohne Sättigung. Du nimmst sie kaum bewusst wahr, schluckst sie einfach runter … und wunderst Dich später, warum das Gewicht stagniert oder sogar steigt.
Gerade wenn Du ohnehin schon an der Kaloriengrenze bist – oder darüber –, können diese flüssigen Extras den entscheidenden Unterschied machen. Sie sorgen für den Überschuss, der am Ende in Form von Körperfett gespeichert wird.
Und das Schlimmste:
Du merkst es nicht mal. Denn getrunkene Kalorien machen weder satt noch zufrieden – sie addieren sich einfach still und heimlich obendrauf.
5. Alkohol – gesellschaftlich akzeptiert, biologisch ein Problem
Keine Sorge, ich fange jetzt nicht damit an, dass unsere Vorfahren mal vergorene Früchte gegessen haben und wir uns damit in einer uralten Tradition befinden.
Wenn Du gerne ein Glas Wein oder ein Bier trinkst – bitte. Das ist Deine Entscheidung. Ohnehin ist alles Deine Entscheidung, ich liefere jeweils Ideen und Impulse, Du kannst Dir das aus den Menu nehmen, das Dir am besten schmeckt… wobei das mit dem Alkohol vielen leider gar nicht schmeckt. Aber auch hier beobachte ich zuletzt immer mehr Menschen, die sich mit dem Thema kritisch auseinander setzen.
Nennen wir die Dinge beim Namen:
Alkohol ist ein Zellgift. Und es hat viele negative Auswirkungen auf Deinen Körper:
Es bremst den Fettstoffwechsel, stört den Schlaf, beeinträchtigt die Regeneration, schwächt das Immunsystem, wirkt appetitanregend – und wird trotzdem regelmäßig konsumiert.
Normal?
Vielleicht gesellschaftlich – aber nicht für Deinen Körper. Und wir haben noch nicht mal angefangen darüber zu sprechen, welche Krankheiten Alkohol begünstigen kann.
6. XXL-Portionen – hier bekommst Du was für Dein Geld!
Große Portionen werden oft mit Qualität gleichgesetzt:
„Da krieg ich ordentlich was für mein Geld!“ – klingt super. Für Deinen Körper ist es das eher nicht.
Die extra Pommes, das besonders große Schnitzel, der Nachschlag beim Buffet – die sorgen nicht für mehr Muskeln, nicht für mehr Energie, nicht für mehr geistige Power.
Sie sorgen nur für eins: mehr Körperfett.
7. Kein Wasser trinken – aber Kaffee, Limo und Bier gehen immer
Wasser? Langweilig. Geschmacklos. Uncool.
Aber: Dein Körper besteht zu einem Großteil aus Wasser – nicht aus Cola, Bier oder Latte Macchiato.
Trotzdem trinken viele lieber Softdrinks, Milchkaffee und Alkohol – und kriegen es kaum hin, mal ein Glas stilles Wasser zu leeren.
Dabei ist Wasser die Basis für:
- Leistungsfähigkeit
- Konzentration
- Verdauung
- Stoffwechsel
- Hungerregulation
Es wäre also durchaus sinnvoll, sich daran zu gewöhnen. Dein Körper wird es Dir danken. Und sollte das bei Dir ein Thema sein, fang an! Man kann sich nämlich auch Wasser trinken angewöhnen… oder Gemüse essen… oder nicht so gesüßte Speisen zu essen… Das geht! Andere Menschen haben es geschafft, sich das Rauchen angewöhnen, obwohl das Beginn echt zum Kotzen war (teils wortwörtlich). Projekt “Ich trinke Wasser” ist also durchaus eins mit Erfolgsaussichten.
8. Eiweiß? Komisch. Fett-Zucker-Kombi? Völlig normal.
Viele Menschen belächeln oder kritisieren eine betont eiweißreiche Ernährung.
„Das machen doch nur Bodybuilder.“
„So viel Eiweiß ist doch unnatürlich.“
Und immer wieder: „Das ist doch nicht normal …“
Dabei ist Eiweiß genau das, was Dein Körper braucht, um:
- leistungsfähig zu sein
- Muskeln aufzubauen und zu erhalten
- satt zu bleiben
- langfristig gesund zu bleiben
Und all das auch, wenn Du gar keine besonders dicken Muskeln aufbauen möchtest!
Auf der anderen Seite werden Kohlenhydrate und Fett in rauen Mengen konsumiert – idealerweise kombiniert, in Form von Keksen, Croissants, Chips & Co.
Die bringen Dir nichts – außer mehr Kalorien und mehr Körperfett.
9. Belohnung durch Essen – ein gefährlicher Denkfehler
Bitte, bitte, bitte nicht.
Belohne Dich nicht mit Essen. Und belohne auch andere nicht mit Essen.
Zumindest nicht mit Extrakalorien, nur weil etwas geschafft wurde.
Besonders widersinnig wird es, wenn Du Dir nach einer erfolgreichen Ernährungsumstellung zur Belohnung Süßigkeiten oder Fast Food gönnst.
Das ist, als würdest Du nach einem erfolgreichen Rauchstopp erstmal eine Zigarette rauchen – zur Feier des Tages.
Belohn Dich. Klar. Aber bitte mit etwas, das nicht Deine alten Gewohnheiten wieder aufweckt. Und schaffe solche Gewohnheiten nicht bei anderen, zum Beispiel Deinen Kindern.
10. Kein Plan, kein Überblick – aber ein Ziel haben? Wie soll das funktionieren?
Ach so – die Struktur in meiner Ernährung, das bewusste Planen der Kalorienzufuhr und das zumindest immer grobe Auge auf Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett …
Das soll nicht normal sein?
Aber überhaupt keinen Plan zu haben, wie viel man eigentlich isst, was da täglich zusammenkommt – und das trotz klarer Ziele wie:
- Gewicht verlieren
- gesünder leben
- fitter werden
– das ist dann normal?
Ganz ehrlich: Ist doch schon doof, wenn man das so liest, oder?
Fazit
Was jemand als „normal“ oder „unnormal“ empfindet, liegt natürlich immer im Auge des Betrachters.
Ich habe heute einfach mal meine Perspektive geteilt – die eines Trainers, der sich seit Jahren mit Ernährung, Gesundheit und Leistungsfähigkeit beschäftigt. Und ich denke, ich konnte ganz gut erklären, warum ich viele als „normal“ geltende Gewohnheiten eher kritisch sehe.
Wenn Du das anders siehst: völlig okay. Du bist herzlich eingeladen, Deine Sichtweise zu behalten.
Allerdings – und das sage ich ganz offen – wirst Du dann vermutlich Deine sportlichen oder gesundheitlichen Ziele nicht so gut erreichen, wie wenn Du auf der anderen Seite der Macht stehen würdest.
Denn nur weil etwas gesellschaftlich akzeptiert ist, heißt das noch lange nicht, dass es auch
✅ sinnvoll,
✅ artgerecht
✅ oder gut für Deinen Körper ist.
Normal ist nicht automatisch gesund. Und gesund ist nicht automatisch unnormal.
Du willst aus dem falschen „Normal“ aussteigen?
Dann melde Dich bei mir. Ich unterstütze Dich dabei, eine Struktur in Deine Ernährung und Dein Training zu bringen – so, dass es zu Deinem Alltag passt und zu Deinem Ziel.
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