Wenn einer dieser 10 Punkte zutrifft, darfst Du keine Diät starten

Wenn Du jetzt gerade mit einer Diät anfangen willst, dann lies bitte zuerst diesen Text – und überleg’s Dir nochmal.

Wenn Du schon öfter hier bei mir im Blog gelesen hast, dann wirst Du wissen: Ich bin kein Freund von Diäten. Oder um es drastischer auszudrücken: ich befinde mich auf einem Kreuzzug gegen die üblichen Diäten.

Wobei ich unter Diät verstehe, dass man aus einer nicht so guten Ernährung einfach versucht, weniger zu essen – durch irgendeine strikte, aber zeitlich begrenzte Kalorienreduktion, ohne langfristig etwas zu ändern. Wir grenzen davon bewusst andere Diätformen ab, etwa bei Bodybuildern, die gezielt in Topform kommen wollen – aber das ist eine andere Geschichte.

Wenn Du allerdings irgendwie abnehmen möchtest – ob wir das Ganze jetzt Diät, Ernährungsumstellung oder wie auch immer nennen – dann gibt es einige Gründe, warum Du definitiv nicht einfach so damit starten solltest. Diese zehn Gründe nenne ich Dir heute.

Ich weiß, wie es läuft: Ein Blick in den Spiegel, die Hose kneift, ein Geburtstag steht an, der Sommerurlaub kommt oder es war einfach mal wieder ein stressiger Tag mit zu viel Schokolade. Der Gedanke: “Ich muss was machen! Ich starte jetzt eine Diät!”

Aber stopp. Genau hier liegt das Problem, bzw. das erste Problem. Denn die meisten starten unvorbereitet, planlos und mit falschen Erwartungen. Und genau deshalb geht es dann schief.

Hier sind 10 gute Gründe, warum Du nicht mit einer Diät starten solltest – zumindest nicht, bevor Du diese Punkte geklärt hast:


1. DU KENNST DEINE KALORIENBILANZ NICHT

Du willst abnehmen, hast aber keinen Schimmer, wie viel Du aktuell isst und verbrauchst? Ohne dieses Basiswissen ist eine Diät wie Autofahren mit verbundenen Augen.

Viele versuchen, das Thema Kalorien zu umgehen – einfach „etwas weniger essen“ und hoffen, dass es schon irgendwie klappt. Oder sie halten sich an ein “bewährtes” (hahaha) Konzept, bei dem sie so wenig essen, dass sie definitiv weit im Kaloriendefizit sind.

Das Problem: Man braucht ein gewisses Kaloriendefizit, um Körperfett zu verlieren. Aber dieses Defizit darf weder zu groß noch zu klein sein. Ist es zu gering, tut sich auf der Waage kaum etwas. Ist es zu hoch, riskierst Du Muskelabbau, Hungerattacken und Energieverlust. Die Wahrscheinlichkeit, dieses optimale Defizit zufällig zu treffen, ist verschwindend gering – erst recht im Alltag mit wechselnden Mahlzeiten und ohne Plan.

Falls Du jetzt denkst “lass den mal quatschen” (was übrigens manchmal wohl keine schlechte Einstellung ist, hahaha), bei MIR wird das trotzdem funktionieren, dann lass Dir gesagt sein: Also ICH persönlich schaffe das nicht. Seit 2012 habe ich zuerst wettkampfbedingt und später dann weil ich “in Form sein” möchte, mich jedes Jahr mindestens einmal, eher öfter in meine persönliche “Topform” gebracht. Obwohl ich also definitiv Wissen als auch Erfahrung auf diesem Gebiet habe, komme ich ohne Planung und Kontrolle nicht an mein Ziel. Zwischendrin die Form dann einigermaßen zu halten, das geht, aber der Weg dorthin, da heißt es im wahrsten Sinne des Wortes: “No way!”
Es sind also berechtigte Zweifel angebracht, dass es jemandem ohne das Wissen und die Erfahrung einfach so gelingt… sorry!


2. DU HAST KEINE AHNUNG VON MAKRONÄHRSTOFFEN

Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate – klar, hast Du schon mal gehört. Aber weißt Du auch, welche Aufgaben diese Nährstoffe in Deinem Körper übernehmen? Eiweiß ist essenziell für den Muskelerhalt, besonders während einer Diät. Fett liefert wichtige Hormone und Energie, während Kohlenhydrate – entgegen vieler Mythen – gerade für aktive Menschen ein sinnvoller Energielieferant sind. Und wie viel braucht es von den jeweiligen Nährstoffen denn so ungefähr? Auch das sollte man wissen, denn wie sich die Kalorienbilanz und damit das Verhältnis der Makronährstoffe zusammensetzt, das kann schon einen Unterschied machen im Ergebnis.

Wenn Du ohne dieses Grundverständnis an Deiner Ernährung drehst, kann es schnell passieren, dass Du wichtige Bausteine weglässt, Dich einseitig ernährst oder dauerhaft mit Hunger kämpfst. Für eine nachhaltige Veränderung brauchst Du keine komplizierten Pläne – aber ein gewisses Maß an Wissen ist unverzichtbar.


3. DU HAST KEINEN PLAN FÜR DANACH

Was passiert nach der Diät? Wenn Du das nicht beantworten kannst, wird der Jojo-Effekt zuschlagen. Garantiert. Denn irgendwann isst Du wieder “normal” – aber was ist eigentlich normal für Dich?

Zeitlich begrenzte Diäten haben den großen Nachteil, dass man danach in der Regel wieder in alte Muster zurückfällt. Vor allem bei Diäten, die auf bestimmte Lebensmittel oder Makronährstoffe verzichten, hast Du meist nicht gelernt, wie eine ausgewogene, alltagstaugliche Ernährung langfristig aussehen kann. Du isst wieder wie vorher – und nimmst auch wieder zu. Im schlechtesten Fall sogar mehr als zuvor. Genau genommen tritt dieser schlechteste Fall sogar sehr oft ein und wir haben hier schon oft über ihn gesprochen: Der klassische Jojo-Effekt.

Wenn das Deine einzige Perspektive ist, also zeitlich begrenzt die Diät und dann wie vorher, dann lass es lieber ganz. Denn am Ende hast Du Dich angestrengt, vielleicht sogar gequält – und stehst trotzdem wieder am Anfang. Oder sogar ein Stück dahinter. Du hast Deine Ausgangsposition verschlechtert und was das Ganze mit Deiner Psyche macht, darüber haben wir noch nicht mal angefangen zu sprechen.


4. DU WILLST ES EINFACH MAL PROBIEREN

“Ich zieh das einfach mal ein paar Wochen durch.” Das klingt erstmal gut und ich finde es toll, wenn Menschen die Initiative ergreifen und einfach mal starten ohne etwas endlos zu überdenken. In diesem Fall ist aber meist schon der Anfang vom Ende. Ohne Strategie, ohne Ziel und ohne echten Plan bleibt es beim Versuch.

Das Problem: Die Wahrscheinlichkeit, damit wirklich erfolgreich zu sein, ist nahe Null. Viel wahrscheinlicher ist es, dass Du damit in die Reihe der – nennen wir sie mal – “Diätopfer” gerätst: Menschen, die eine Diät nach der anderen ausprobieren, immer wieder neu starten, jedes Mal kurzzeitig abnehmen – und am Ende langfristig zunehmen. Denn mit jeder gescheiterten Diät steigt die Frustration, sinkt das Vertrauen in den eigenen Körper und der Gewichtstrend zeigt weiter nach oben.


5. DU DENKST, DU MUSST NUR WENIGER ESSEN

Weniger essen bedeutet nicht automatisch besser essen. Wer einfach nur die Kalorien runterschraubt, verliert oft Muskulatur, Energie und irgendwann auch die Lust.

Dabei verschenkst Du enorm viel Potenzial: Denn Lebensmittel sind nicht nur Kalorienlieferanten, sie sind die Bausteine Deiner Gesundheit, Deiner Leistungsfähigkeit und Deiner Lebensqualität. Gute Ernährung stärkt Deinen Körper, unterstützt Deine Regeneration, hält Dich satt und zufrieden. Und genau das brauchst Du gerade in einer Abnehmphase.

Wenn Du einfach nur weniger isst, ohne auf Qualität, Zusammensetzung und Sättigung zu achten, dann machst Du es Dir unnötig schwer – selbst wenn das Kaloriendefizit theoretisch stimmen sollte.


6. DU WILLST SCHNELL VIEL ABNEHMEN

Du möchtest es trotzdem probieren? Nein, tu es nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass Du diese eine einzigartige Schneeflocke bist, bei der das funktioniert, ist verschwindend gering. Es wird bei Dir genauso wenig funktionieren wie bei den allermeisten anderen auch.

Du kannst nicht erwarten, in kürzester Zeit das wieder abzunehmen, was Du über viele Jahre oder gar Jahrzehnte zugenommen hast. Natürlich musst Du nicht genauso lange brauchen – aber mach Deinen Erfolg bitte nicht davon abhängig, ob es in wenigen Wochen klappt. Schnell abnehmen klingt verlockend, ist aber selten nachhaltig.

Wenn Du es stattdessen langfristig angehst, hast Du nicht nur eine viel höhere Erfolgschance – Du gibst Dir überhaupt erst die Möglichkeit, dauerhaft etwas zu verändern. Zu schnelles Abnehmen funktioniert in der Regel nicht. Zumindest nicht langfristig. Und genau darum sollte es doch gehen.


7. DU HAST KEINE UNTERSTÜTZUNG

Ohne Rückenwind wird’s anstrengend. Wenn Dein Umfeld Dich nicht versteht oder sogar ausbremst, kostet das unglaublich viel Energie.

Viele glauben, es gehe vor allem um den Plan, der zu Beginn erstellt wird. Ja, der sollte – wie Du aus den anderen Punkten weißt – natürlich passen, damit das Ganze überhaupt funktionieren kann. Aber der größte Teil der Unterstützung, die ich beispielsweise im Coaching biete, ist nicht der Plan. Es ist die Begleitung auf dem Weg: Wenn Du an Dir zweifelst, wenn Fragen aufkommen oder wenn es mal nicht läuft. Genau dann brauchst Du jemanden, der Dich auffängt, motiviert, hinterfragt und Dir die richtigen Impulse gibt.

Wenn Du bisher dachtest, Du müsstest das alleine schaffen: Musst Du nicht. Dafür bin ich da. Ich bin Deine erste Anlaufstelle, wenn es darum geht, einen realistischen, individuellen und machbaren Weg zu finden und den dann auch zu gehen. Ohne Druck, ohne Diätwahn, aber mit Plan, Struktur – und echter Unterstützung.


8. DU VERGLEICHST DICH MIT ANDEREN

Problematisch wird’s vor allem, wenn Du Dich nicht – wie früher vielleicht – mit Susi aus dem Nachbarhaus oder Hannes aus dem Kegelverein vergleichst, sondern mit Fitnessmodels und Influencern aus dem Internet. Menschen, die ganz andere Voraussetzungen haben: Sie sind oft jünger, trainieren leistungsorientiert, verbringen Stunden täglich mit Sport, achten extrem auf Ernährung – und zeigen dabei meistens nur die besten, bearbeiteten und perfekt ausgeleuchteten Bilder.

Ich könnte Dir in zwei Minuten zeigen, wie man denselben Körper mit Licht, Haltung und Perspektive entweder beeindruckend oder durchschnittlich aussehen lassen kann. Du siehst ein Idealbild – das selbst für diese Menschen nicht der Alltag ist. Und glaubst, das sei normal.

Aber das ist es nicht. Schau Dich im Supermarkt um – das ist normal. Und selbst dann: Der wichtigste Vergleich bist Du mit Dir selbst. Wo standest Du vor einem Jahr? Wie ging es Dir vor sechs Monaten? Wie fit fühlst Du Dich im Alltag? Es geht nicht um ständigen Optimierungswahn – aber um Fortschritt im eigenen Tempo. Und der ist nicht auf Instagram zu finden, sondern in Deinem echten Leben.

Ich verspreche Dir: Wenn Du loslegst oder Deine bisherigen Bemühungen intensivierst und dabei auch so einigermaßen die richtigen Dinge machst, dann wirst Du Dich in ein paar Wochen schon viel besser fühlen. Nicht viel später wirst Du anfangen, auch optische Veränderungen zu sehen und diese werden nach und nach immer größer. Du kannst ungeheuer viel noch erreichen! Vermutlich wird es nicht für das Titelblatt der Men’s Health oder für die vollberufliche Influencer-Karriere reichen – zumindest für die meisten von uns. Aber wie gesagt, wenn Du das mal an die Seite schiebst und Dich mit dem heutigen Ich vergleichst, dann sind da Quantensprünge möglich.


9. DU BIST GERADE EH SCHON VÖLLIG GESTRESST

Job, Kinder, Haushalt, kaum Schlaf – und jetzt noch Diät? Klingt nach Überforderung. Vielleicht ist gerade nicht der richtige Zeitpunkt. Vielleicht brauchst Du erstmal mehr Ruhe statt mehr Regeln.

Denn wer ohnehin schon auf dem Zahnfleisch geht, dem bringt eine zusätzliche Belastung – und nichts anderes ist eine Diät – selten den gewünschten Erfolg. Du brauchst Kapazitäten: Zeit, Energie, Fokus. Und wenn all das gerade fehlt, dann bringt auch die beste Diät nichts – außer Frust.

Was viele unterschätzen: Stress ist nicht nur ein Gefühl, sondern wirkt auch physiologisch. Dein Körper speichert unter Stress eher Fett, Deine Motivation schwankt, Heißhunger wird wahrscheinlicher. Und genau deshalb solltest Du Dir erst dann Gedanken über eine Veränderung machen, wenn Du zumindest etwas Stabilität in Deinen Alltag gebracht hast. Es geht nicht darum, dass alles perfekt sein muss – aber ein Minimum an innerer Ruhe hilft enorm dabei, gute Entscheidungen zu treffen und konsequent zu bleiben.

Was ich in einem solchen Fall aber machen würde: sei sportlich zumindest ein bisschen aktiv (Krafttraining!!!) und achte darauf, Dich schon mal “besser” zu ernähren, selbst wenn das dann noch kein Kaloriendefizit und damit Gewichtsabnahme bedeutet. Es legt aber ein erstes Fundament, auf dem Du später aufbauen kannst.


10. DU HOFFST AUF DIE EINE LÖSUNG

Wenn es um eine langfristige Veränderung geht – und die meisten wollen ja nicht nur kurzfristig, sondern dauerhaft abnehmen – dann funktioniert das nur, wenn Du auch langfristig etwas an Deinem Verhalten änderst. Nur so wirst Du in der Lage sein, den erreichten Erfolg zu halten.

Kurzfristige Diäten haben lediglich in Ausnahmefällen ihre Berechtigung: Wenn Du Dich auf einen ganz bestimmten Anlass vorbereitest – etwa eine Hochzeit, ein Fotoshooting oder einen Bodybuilding-Wettkampf. Aber wenn Du gerade mit Übergewicht zu kämpfen hast, unzufrieden bist und Dein Gewicht wirklich dauerhaft senken willst, dann ist ein kurzfristiger Diätansatz genau der falsche Weg.

Denn klar, auch mit einer kurzfristigen Diät kann das Gewicht sinken. Aber oft verlierst Du dabei nicht nur Körperfett, sondern auch wichtige Muskelmasse – und bezahlst Deinen Gewichtsverlust mit Einschränkungen, Hunger und Frust. Ohne eine langfristige Veränderung hast Du ungefähr 0 % Chance, Dein Ziel wirklich zu erreichen. Und ich erwähne das böse Wort ein weiteres Mal: der Jojo-Effekt ist in so einem Fall nicht nur eine Möglichkeit, sondern das mit Abstand wahrscheinlichste Ende des Projektes.


FAZIT

Abnehmen ist kein Sprint, keine Heldentat, kein Verzichtsmarathon. Es ist ein Prozess, der Vorbereitung, Wissen und eine realistische Strategie braucht. Eine Diät kann funktionieren – aber nur, wenn die Grundlage stimmt. Wobei ich hierbei eine Vorgehensweise meine, die auf langfristigen Verhaltensänderungen und nicht auf einer 8-Wochen-Aktion beruht.

Wenn Du Dich mit diesen Punkten nicht anfreunden kannst – mit dieser langfristigen Herangehensweise – Du aber trotzdem das Ziel hast, dauerhaft Gewicht zu verlieren, dann lass uns doch einen Kompromiss finden: Mach es lieber gar nicht.

Denn die Wahrscheinlichkeit, mit kurzfristigen Diäten dauerhaft abzunehmen, ist nicht nur gering – sie ist quasi nicht gegeben. Das ist nicht nur meine Meinung und Erfahrung aus fast 30 Jahren in dieser Branche, das ist auch das Ergebnis vieler Studien. Die Wahrscheinlichkeit, dass Du mit jeder neuen Diät ein bisschen mehr zunimmst, dicker wirst, Dich unwohler fühlst und irgendwann komplett frustriert bist, ist dagegen erschreckend hoch.

Wenn Du in den letzten Jahren immer wieder ein kleines bisschen zugenommen hast – mal ein halbes Kilo hier, ein Viertel Kilo da – dann solltest Du diesen Prozess natürlich stoppen. Aber nicht mit einer radikalen Diät. Sondern indem Du diese dauerhafte Massephase unterbrichst und in eine ausgewogene, gesunde und alltagstaugliche Ernährung findest, die wirklich zu Dir passt.

Wenn Du Hilfe brauchst, genau diese Grundlage aufzubauen, dann melde Dich gerne bei mir. Ich begleite Dich auf Deinem Weg – ohne Diät-Zwang, aber mit Plan, Verständnis und Struktur.


Torsten Hülsemann
Personal Trainer & Coach
www.deistertraining.de
0152/33853914 (gern per WhatsApp)
torsten@deistertraining.de

1 Comment

  • Tanja

    16.09.2025 @ 15:19

    Sehr gut geschrieben! Danke dafür!

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