Es war kompletter Zufall. Mein morgendliches Posting bei Instagram zeigte Birgit, wie sie bei einem Bootcamp mit dem Hammer den Reifen verprügelt. Falls Du nicht ganz genau weißt, was ich meine, versuche ich mal, Dir das Ganze mit Worten zu beschreiben:
Wir haben einen riesigen alten Traktorreifen, und vor etwa 5 Jahren habe ich mehrere Eisenhämmer gekauft. Mit diesen kann man – wie ich mit ein bisschen Recherche herausgefunden habe – viele richtig coole, anspruchsvolle Übungen machen. Die Übung, die aber (fast) alle lieben und die auch immer wieder gewünscht wird, ist das Schlagen auf den Reifen. Technisch ist das übrigens nicht ganz so einfach, wie man es sich zu Beginn meist vorstellt … und auch ich es mir zu Beginn vorgestellt habe.
Meine Kursteilnehmer haben das in der Regel nach ein bisschen Übung und einigen Einheiten Erfahrung meist richtig gut drauf und machen das dann auch gerne! Hat übrigens auch einen Sinn, nämlich die Kräftigung der Rumpfmuskulatur und des Schultergürtels.
Aggressionsabbau!!!
Es handelt sich hierbei aber nicht nur um eine richtig coole Übung, sie ist auch perfekt geeignet, um mal so richtig Dampf abzulassen. Hier kannst Du so richtig “all out” gehen und den Reifen verprügeln, bis entweder der Hammer glüht oder der Reifen geschmolzen ist.
Ok, die meisten schaffen es nicht so lange, die ganze Geschichte ist nämlich viel zu anstrengend. Wenn Du so richtig draufhaust und nicht nur sanft den Reifen streichelst, ist die Zahl der Schläge arg begrenzt.
Wen verprügelst Du da gerade?
Wenn eine oder einer beim Reifen so richtig Gas gibt und den Turbo anwirft, dann scherzen wir oft: “Mann, Du musst ja echt nen miesen Tag bisher gehabt haben!”
Vielleicht stellt sich mancher ja sogar den Chef, die Arbeitskollegin, den Kunden oder wen auch immer vor (ich hoffe nicht mich)… aber selbst wenn Du solche Phantasien nicht hast, gilt:
Sport ist perfekt geeignet zum Abreagieren!
Wahrscheinlich hast Du das selbst schon mal erlebt. Du hattest einen anstrengenden oder sogar stressigen Tag, gehst dann aber trotzdem zum Sport oder Laufen oder was auch immer … oder Du tust es sogar gerade deswegen! Bei der sportlichen Aktivität rücken diese negativen Gedanken dann in den Hintergrund, und irgendwann, als Du dann doch mal wieder dran denkst, wunderst Du Dich, wie lange Du jetzt schon nicht mehr daran gedacht hast. Und noch viel besser: Jetzt, wo Du daran denkst, erscheinen die Probleme gar nicht mehr ganz so groß und unlösbar.
Es muss auch nicht immer die Hammer-Methode sein!
Auch wenn das mit dem Hämmern auf den Reifen genauso wie das Verkloppen eines Sandsacks natürlich perfekt für den Abbau von Aggressionen oder Stress steht (übrigens: Man kann es auch äußerst gut machen, wenn man gut gelaunt ist!), es können auch andere Methoden oder Sportarten sein. Ganz egal, ob Krafttraining oder Ausdauereinheiten – beides funktioniert.
Vielleicht bist Du auch der Typ, der nach so einem Tag eher eine Einheit Yoga oder etwas anderes Ruhiges benötigt? Go for it! Tue das, was Dir gut tut! (Wobei ich Dir natürlich trotzdem empfehle, Deine mindestens zwei Krafttrainingseinheiten die Woche zu absolvieren!)
Zurück zur gestrigen Einheit
Wir haben da übrigens heute nochmal drüber gesprochen – auch weil ich angefangen habe, diesen Artikel darüber zu schreiben. Eine unserer Trainierenden hat diesen Stressabbau so richtig gebraucht. Das hat man ihrem Hämmern auch mehr als angesehen. In solchen Momenten halte ich mich dann auch mit Tipps zur Technik zurück. Das ist in diesem Moment nicht soooo wichtig. 🙂
Warum bist Du denn so gut gelaunt?
Wo ich gerade so über dieses Thema nachdenke, fällt mir gleich noch ein Beispiel ein. In einem der letzten Beiträge erzählte ich über eine neue Klientin im Personal Training.
Gestern saßen wir vor unserer dritten gemeinsamen Personal-Trainingseinheit zusammen und besprachen, wie die vergangene Woche lief.
Sie war anfangs skeptisch, ob sie die Zeit fürs Training aufbringen kann. “Ich habe doch schon so viel um die Ohren!”, war einer ihrer ersten Sätze. Jetzt, ein paar Wochen später, hat sie mir lachend erzählt, dass sie sich mittlerweile auf die Trainingseinheiten freut und sich sogar ärgern würde, wenn sie mal eine ausfallen lassen muss. “Danach fühle ich mich einfach besser!”, meinte sie grinsend.
Und genau das ist es! Sport ist nicht einfach nur eine körperliche Sache. Es ist nicht nur eine Methode, um Muskeln aufzubauen, Fett zu verbrennen oder die allgemeine Fitness zu steigern. Es ist viel mehr als das! Sport ist ein Ventil, ein Ausgleich, ein Energiebooster und manchmal auch einfach Therapie.
Also, wenn Du das nächste Mal einen stressigen Tag hast, überlege nicht lange, sondern pack Deine Sportsachen! Es muss nicht immer der Hammer auf den Reifen sein – auch wenn das echt Spaß macht. Hauptsache, Du bewegst Dich und lässt den Kopf frei werden. Dein Körper und Dein Geist werden es Dir danken.
Lust auf mehr?
Wenn Du das einmal selbst ausprobieren willst, komm gerne zu einem meiner Deistertraining-Kurse oder buche ein Personal Training mit mir! Egal, ob Du Stress abbauen, stärker werden oder einfach Spaß an der Bewegung haben willst – ich helfe Dir dabei. Schreib mir einfach oder schau auf meiner Website vorbei!
P.S.: Diesen Artikel hatte ich im Oktober 2022 begonnen und schon fast fertig. Jetzt bin ich Jahre später drüber gestolpert. Ich finde, wir sollten mal wieder ein Bootcamp mit Hämmern machen. 🙂

