Ein guter Trainer ist nicht unbedingt der, der am meisten weiß

Fachwissen alleine reicht nicht

Als ich damals meine ersten Schritte als Trainer gemacht habe, war ich fest überzeugt: Je mehr ich über Training, Ernährung und alles rund ums Thema Fitness weiß, desto besser bin ich auch als Trainer. Und ich war ehrgeizig. Ich habe Bücher verschlungen, Artikel gelesen, Trainingspläne analysiert und mich in alles reingekniet, was mir irgendwie hilfreich erschien. Ich wollte verstehen, ich wollte es wissen – nicht nur für meine Kundinnen und Kunden, sondern vor allem zu Beginn auch für mich selbst. Denn ganz ehrlich: Ich wollte einfach stark und muskulös werden. Ich hatte sportliche Ziele, wollte Leistung bringen – und habe geglaubt, dass dafür vor allem eins nötig: Wissen.

Heute, nach fast drei Jahrzehnten in der Branche, weiß ich: Fachwissen ist wichtig – gar keine Frage. Aber es ist nicht alles. Es gibt einen weiteren Faktor, der mindestens genauso entscheidend ist. Vielleicht sogar wichtiger.


Fachwissen ist gut – Verbindung ist besser

Natürlich: Ein solides Fundament an Fachwissen ist unverzichtbar. Ohne geht es nicht. Wenn ich als Trainer Verantwortung für die Gesundheit und das Wohlbefinden meiner Klientinnen und Klienten übernehme, muss ich wissen, was ich tue – bei Training, Ernährung und allem, was dazu gehört.

Aber – und das ist eine der größten Erkenntnisse meiner bisherigen Laufbahn – Wissen allein reicht nicht aus.

Ich habe im Laufe der Jahre viele Trainer erlebt, die auf dem Papier etliches richtig gemacht haben. Sie konnten Dir jede Muskelgruppe erklären, kannten viele Trainingssysteme, wussten genau, wie viele Wiederholungen man wann machen sollte. Und trotzdem haben sie eines nicht geschafft: Menschen zu erreichen.

Das merkst Du spätestens dann, wenn so jemand das Studio verlässt. Manche Trainer waren nur zwei Jahre da – und die Leute sind traurig, dass sie gehen, sprechen danach noch lange über diesen angenehmen Kerl. Andere bleiben zehn Jahre, und niemand fragt nach ihnen. Nicht eine einzige Person.

Warum? Weil sie keinen echten Draht zu den Menschen aufgebaut haben. Weil sie nie den Schritt gemacht haben, wirklich in Kontakt zu treten. Es fängt bei ganz einfachen Dingen an: jemanden zu grüßen, ein Lächeln, ein ehrliches „Wie geht’s?“ – das wirkt wie eine Kleinigkeit, ist aber in Wahrheit der Unterschied zwischen einem anonymen Trainingsraum und einem Ort, an dem man sich gesehen fühlt.

Ich werde heute, Jahre später, noch von Menschen angesprochen, mit denen ich nie direkt zusammengearbeitet habe. Kein Trainingsplan, keine Einweisung. Aber ich war freundlich, höflich, präsent – und das reicht oft schon, um Eindruck zu hinterlassen. Nein, ich klopfe mir da nicht selbst auf die Schulter (naja, vielleicht ein bisschen), sondern ich will zeigen: So wenig braucht es manchmal, um als Trainer in Erinnerung zu bleiben.

Was ich hingegen leider immer wieder sehe: Trainer, die nur mit „ihren Leuten“ reden. Die ihre Bubble haben – junge Trainer mit jungen Leuten. Wer älter ist, wird nicht mal mehr wahrgenommen. Das ist respektlos. Und es sorgt dafür, dass sich viele Menschen im Studio nicht trauen, Fragen zu stellen – obwohl genau das so wichtig wäre.

Wenn ich Dich aber das letzte Mal angelächelt habe, Dich freundlich gegrüßt, ein paar Worte gewechselt und vielleicht noch gesagt habe: „Wenn Du mal eine Frage hast – komm einfach auf mich zu“, dann traust Du Dich auch. Und nur dann kann das Wissen, das ich habe, auch wirklich helfen.

Denn Wissen ist immer nur so viel wert, wie der Mensch, der es braucht, auch Zugang dazu hat.


Wirklich gut wird ein Trainer erst durch Beziehung

Der entscheidende Unterschied zwischen einem guten und einem nicht so guten Trainer liegt nicht im Trainingsplan. Er liegt in der Beziehung.

Denn ein wirklich guter Trainer punktet nicht nur mit Fachwissen, sondern vor allem mit zwischenmenschlicher Kompetenz. Klar, Trainingsmethoden, Übungsauswahl, Ernährungswissen – das alles ist wichtig. Aber am Ende geht es doch immer um Menschen. Und darum, wie gut ich es als Trainer schaffe, jemanden auf seinem Weg zu begleiten.

Ich habe im Laufe meiner Karriere viele Trainer kennengelernt. Manche waren fachlich top – wirklich sattelfest, was Trainingslehre, Ernährung, Regeneration und Co. angeht. Aber sie wirkten distanziert, sachlich, fast schon unnahbar. Keine schlechten Menschen, bei weitem nicht – aber eben auch keine Persönlichkeiten, die Verbindung schaffen.

Und dann gab es die anderen. Die, bei denen man sich manchmal dachte: „Ein bisschen mehr Fachliteratur würde nicht schaden.“ Aber: Diese Trainer hatten eine unglaubliche Beziehung zu den Leuten. Sie waren zugewandt, authentisch, interessiert, präsent. Und rate mal, bei wem die Leute geblieben sind?

Genau. Bei denen, wo sie sich gesehen und verstanden fühlten. Da, wo jemand zuhört, sich Zeit nimmt, nachfragt. Da, wo man sich nicht wie ein Kunde, sondern wie ein Mensch fühlt.

Das heißt nicht, dass Du mit Deinen Klienten eng befreundet sein musst. Aber es bedeutet: Du solltest ansprechbar sein. Du solltest echtes Interesse haben. Und Du solltest präsent sein – als Mensch, nicht nur als Trainer.

Denn die besten Trainingspläne bringen nichts, wenn sie nicht mit jemandem geteilt werden, der verstanden hat, was sein Gegenüber gerade wirklich braucht.


Ein guter Trainer ist mehr als der Typ mit dem Trainingsplan

Ein guter Trainer ist viel mehr als nur ein Fachmann für Sport und Ernährung.
Er ist vor allem ein Menschenkenner.

Er muss merken, wie es dem anderen geht. Nicht jeder kommt ins Training und ist topfit, hochmotiviert und bereit, Bäume auszureißen. Manchmal reicht ein Blick, ein Halbsatz – und Du weißt: Heute braucht die Person was anderes. Vielleicht weniger Druck, vielleicht mehr Zuspruch, vielleicht einfach nur einen klaren Plan.

Ein guter Trainer interessiert sich wirklich – für den Menschen. Nicht nur fürs Ziel („Ich will 10 Kilo abnehmen“), sondern für den Alltag, die Herausforderungen, die Zweifel, das, was dazwischenfunkt. Der kann auch mal einfach nur zuhören. Nicht, um sofort eine Antwort rauszuhauen, sondern um zu verstehen, was los ist.

Ein guter Trainer stellt sich nicht über die Leute, sondern ist auf Augenhöhe unterwegs. Als Begleiter, nicht als Lehrer.
Er gibt Sicherheit, baut Vertrauen auf – und genau das sorgt dafür, dass Menschen dranbleiben. Auch wenn’s mal schwerfällt. Gerade dann.

Denn am Ende geht’s nicht darum, wie viele Wiederholungen jemand schafft oder wie „sauber“ der Plan aufgestellt ist. Es geht darum, einen Menschen zu begleiten, der sein Leben verändern will. Und das ist mehr als ein Trainingsprogramm.


Wissen bringt nichts – wenn Du es nicht anwendest

Die beste Theorie bringt gar nichts, wenn sie nicht zur Anwendung kommt.
Wissen ist erst dann etwas wert, wenn es auch umgesetzt wird.

Ein Trainingsplan kann noch so perfekt periodisiert, ausgefeilt und wissenschaftlich fundiert sein – wenn er nur auf dem Papier steht, bringt er Dir genau null. Kein Muskel wächst durchs Lesen. Kein Fett verschwindet durchs Planeschreiben.

Und genau da beginnt die eigentliche Aufgabe eines guten Trainers:
Nicht nur erklären. Nicht nur Pläne schreiben.
Sondern helfen, dass die Dinge auch wirklich getan werden.

Das bedeutet: Hindernisse erkennen. Lösungen finden. Dranbleiben. Wieder motivieren. Wieder erinnern. Wieder stärken.
Denn am Ende zählt nicht, was jemand weiß – sondern was er tut.

Und das ist auch einer der größten Denkfehler, den viele zu Beginn machen:
„Ich brauch einfach nur den richtigen Plan, dann zieh ich das schon durch.“

Klingt logisch. Ist aber meistens falsch.

Denn der Plan, so gut er auch sein mag, ist nur ein kleiner Teil des Erfolgs. Die eigentlichen Herausforderungen liegen ganz woanders: im Alltag, in der Motivation, in der Zeit, im Stress, im Schlaf, in der Ernährung, im echten Leben eben.
Und genau dort entscheidet sich, ob das Ziel erreicht wird oder nicht.

Darum ist ein guter Trainer auch kein reiner „Planersteller“.
Er ist jemand, der die Stolpersteine vorher erkennt – und mit Dir gemeinsam Wege findet, wie Du trotzdem an Dein Ziel kommst.


Wissen ist die Basis – aber nicht die Magie

Ich bilde mich bis heute intensiv weiter. Nicht, weil ich muss – sondern weil mich das Thema einfach begeistert. Ernährung, Training, all das fasziniert mich. Ich will in meinem Fachgebiet gut sein – nicht überall gleichzeitig, aber in den Bereichen, die für meine tägliche Arbeit entscheidend sind.

Aber: Was für mich inzwischen mindestens genauso wichtig ist, ist eine ganz andere Frage:

➡️ Wie kann ich mein Wissen so vermitteln, dass es beim Gegenüber auch wirklich ankommt?
➡️ Wie schaffe ich es, jemanden zu motivieren – wirklich ins Handeln zu kommen?
➡️ Wie unterstütze ich dabei, dass Dinge nicht nur verstanden, sondern auch umgesetzt werden – mitten im echten Leben, mit allen Stolperfallen?

Und genau das ist für mich inzwischen ein zentraler Teil von Fortbildung:
Nicht nur was ich weiß, sondern wie ich es rüberbringe.
Denn meine Klientinnen und Klienten profitieren nicht von meinem Wissen, sondern davon, wie gut ich es schaffe, sie zu erreichen.

Es ist schön, viel zu wissen. Aber entscheidend ist:

👉 Kommt es bei Dir an?
👉 Hilft es Dir wirklich weiter?
👉 Kommst Du dadurch ins Tun und erreichst Deine Ziele?


Fazit: Wissen ist die Grundlage – das Fundament.

Aber die eigentliche Magie entsteht in der Verbindung zwischen Trainer und Klient.

In der Art, wie wir kommunizieren. Wie wir zuhören. Wie wir motivieren.
Und wie sehr wir an Dich glauben – manchmal auch dann, wenn Du selbst gerade nicht dran glaubst.

Ein guter Trainer kennt nicht nur Trainingsprinzipien.
Er kennt den Menschen, den er begleitet.

Das ist der Unterschied zwischen jemandem, der Pläne schreibt –
und jemandem, der wirklich etwas bewegt.

Wenn Du möchtest, dass ich Dir nicht nur einen Plan schreibe, sondern Dich auf Deinem Weg wirklich begleite, dann melde Dich gerne bei mir:
📩 torsten@deistertraining.de
📞 0152/33853914


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