Du musst nicht radikal neu anfangen, um erfolgreich zu sein

Warum nachhaltiger Erfolg leiser beginnt, als viele denken

Das neue Jahr ist da – und mit ihm bei vielen auch Gedanken, die sich im letzten Jahr aufgestaut haben. Projekte, Vorhaben, Wünsche, die vielleicht über die Weihnachtsfeiertage, mit all den Schlemmereien, aber auch mit ein bisschen mehr Zeit zum Nachdenken, erst richtig sichtbar geworden sind.

Das ist einer der Gründe, warum viele mit Neujahrsvorsätzen ins Jahr starten. Und ich finde das weder gut noch schlecht – ich bin da relativ neutral. Oftmals wird das ja so schlecht geredet, von wegen “Du mit Deinen Neujahrsvorsätzen, das wird ja eh nichts!” Seien wir mal ehrlich, zu anderen Zeitpunkten des Jahres sind die motivierten Neuanfänge meist auch nicht erfolgreicher.

Man kann natürlich zu jedem Zeitpunkt des Jahres anfangen, Dinge zu verändern. Aber: Wenn Du Dir jetzt Gedanken gemacht hast, wenn jetzt etwas in Dir gereift ist – warum solltest Du dann nicht auch im Januar schon anfangen? Diese Gedanken und Ideen und die dahintersteckende Motivation sind verständlich. Viele hatten gerade eine stressigere Phase hinter sich, danach vielleicht ein paar ruhigere Tage, mehr Raum zum Nachdenken und zusätzlich die Unzufriedenheit mit der Völlerei des Weihnachtsfestes und einem weiteren überschüssigen Kilo an Taille und Schenkel. Und wenn Du jetzt Lust hast, etwas zu verändern, dann ist genau jetzt auch ein guter Zeitpunkt dafür.

Was ich dabei aber beobachte: Es gibt oft zwei sehr extreme Ansätze.

Der eine ist: gar nichts ändern, obwohl man eigentlich etwas ändern möchte.
Der andere ist: jetzt aber richtig – und zwar radikal. Alles auf einmal, alles neu, alles perfekt.

Beide Ansätze halte ich für nicht sinnvoll.

Gar nichts zu verändern, obwohl man unzufrieden ist – darüber brauchen wir nicht reden, da kann ich Dir nicht helfen. Vielleicht sprechen wir uns später ja nochmal wieder, nach weiteren 5 Kilo oder so. Vermutlich würdest Du aber gerade hier nicht lesen, wenn das Dein Weg ist.

Aber auch der radikale Ansatz, dieses „Jetzt mache ich alles anders“, ist aus meiner Sicht weit entfernt von optimal, obwohl viele glauben, genau dies sei der “Way to go”. Darum geht es in diesem Artikel: warum radikale Veränderungen meistens nicht funktionieren – und wie Du es besser machen kannst.


These 1: Radikal klingt stark – ist aber instabil

Radikale Veränderungen fühlen sich im ersten Moment sehr gut an. Sie sind motivierend, kraftvoll, entschlossen. Gerade wenn Du aus einer Phase kommst, in der Du viel nachgedacht und Dir neue Ziele gesetzt hast, fühlt sich so ein radikaler Neustart oft wie eine Befreiung an.

Das Problem ist nur: Er hält meistens nicht lange.

Radikal bedeutet, dass Du sehr viel Energie auf einmal einsetzt, um Dinge zu verändern. Dein Alltag verändert sich dadurch aber nicht automatisch mit. Er ist nach kurzer Zeit wieder ziemlich ähnlich wie vorher: Job, Familie, Termine, Stress, Verpflichtungen.

Und genau da entsteht die Reibung – zwischen dem radikalen Anspruch und dem realen Alltag. Beides passt so nicht dauerhaft zusammen.

Diese Reibung erzeugt Stress. Und Stress führt im Regelfall dazu, dass der radikale Ansatz nicht lange durchgehalten werden kann – es kommt zum Abbruch. Man wollte alles ändern, merkt, das klappt so nicht, und dann fällt man oft entweder zurück oder gibt ganz auf.

Typische Beispiele dafür sind Radikaldiäten, 5 Trainingseinheiten die Woche (wenn es bisher daran scheiterte, wenigstens 2x zu trainieren) und der Komplettverzicht auf gewisse Lebensmittel, Zucker, Alkohol… All das klingt saustark. Es fühlt sich nach Entschlossenheit an, ist aber meist ein sehr instabiles Konstrukt.


These 2: Das Problem ist nicht Dein Wille – sondern ob der Weg zu Dir passt

Viele glauben, wenn etwas nicht funktioniert, dann liegt das an ihnen.
„Ich bin zu schwach dafür.“
„Ich habe nicht genug Willenskraft.“
„Andere schaffen das, ich halt nicht.“

Aber das ist in den allermeisten Fällen nicht das Problem.

Das Problem ist nicht mangelnder Wille – sondern dass versucht wird, Pläne umzusetzen, die nicht in das eigene Leben passen. Und wenn etwas nicht in Dein Leben passt, dann ist es völlig egal, wie groß Dein Wille ist: Du wirst es langfristig nicht durchhalten können.

Oft sind das Pläne für einen idealen Menschen. Oder Pläne, die bei jemand anderem gut funktioniert haben – und jetzt eins zu eins übernommen werden.

Job, Familie, Stress, Müdigkeit, Verpflichtungen – all das gehört zum echten Leben dazu. Und genau das wird in vielen Konzepten nicht mit einkalkuliert.

Dass es dann zum Scheitern kommt, ist logisch. Und es hat nichts mit Dir als Person zu tun.


These 3: Nachhaltiger Erfolg entsteht durch Systeme – nicht durch Kraftakte

Viele denken, wenn es losgeht, dann muss es knallen. Acht Wochen Vollgas, tägliche Heldentaten, das Leben einmal auf links gedreht.

Viel wirksamer ist es in meinen Augen aber, wiederholbare, einfache Strukturen zu schaffen. Systeme, die funktionieren – unabhängig davon, ob Du gerade hochmotiviert bist oder nicht. Dies umfasst feste Trainingszeiten. Einfache (und trotzdem leckere) schnell zubereitete Mahlzeiten. Klare, einfache Regeln.

Keine komplizierten Rezepte und und keine extremen Pläne, sondern Dinge, die sich wiederholen lassen und in Deinen Alltag passen. Dinge, die sich wiederholen lassen, auch wenn Du Dich nicht zu einhundert Prozent auf sie konzentrieren kannst.

Diese Systeme entlasten Deinen Kopf. Sie funktionieren auch an Tagen, an denen Du müde oder gestresst bist oder Du mal wenig Lust hast.


These 4: Kleine Veränderungen sind psychologisch den großen überlegen

Unser Gehirn kann phantastische Dinge leisten. Lass uns bei dieser positiven Sichtweise bleiben und nicht die abstrusen Gedankenverwirrungen besprechen, die auch aus menschlichen Gehirnen entspringen. Wir sollten es unserem Gehirn aber auch nicht extra schwer machen, sondern es vielmehr unterstützen. Es akzeptiert kleine Veränderungen leichter als große. Große Schritte erzeugen einen Widerstand und oft auch die Angst, dass man das sowieso nicht durchhalten kann.

Ein kleiner Schritt aber wirkt machbar. Er erzeugt Erfolg und dieser Erfolg wiederum verstärkt die Motivation. Viele, viele kleine Schritte ergeben am Ende einen großen. Und genau so entsteht nachhaltige Veränderung. Wer hingegen gleich den ganz großen Schritt macht, der Rutsch hat oft aus.


These 5: Dein Körper braucht Sicherheit – nicht Stress

Radikale Ansätze signalisieren Deinem Körper Mangel oder Gefahr. Und Dein Körper reagiert logisch: mit Stress. Davon haben die meisten von uns ohnehin schon genug. Mehr Stress bedeutet – unter anderem – mehr Hunger. Dein Körper arbeitet nicht gegen Dich – er schützt Dich.

Deshalb ist Kooperation (Du & Dein Körper) viel wirksamer als Kontrolle. Arbeite mit Deinem Körper, nicht gegen ihn.


These 6: Dranbleiben schlägt Durchziehen

Entscheidend ist nicht, was Du in den ersten Tagen schaffst, sondern ob Du dranbleibst. 60 % über zwölf Monate schlagen 120 % über drei Wochen. Fitnessprogramme und Ernährungsumstellungen scheitern in den allermeisten Fällen ganz einfach deshalb, weil sie schnell wieder eingestellt werden.

Die eigentliche Superkraft ist nicht der perfekte Start, sondern die Summe der vielen kleinen, verlässlichen Schritte. Irgendwann drehst Du Dich um und bist erstaunt, welche eine große Distanz Du schon zurückgelegt hast.


These 7: Ein leiser Start ist kein schwacher Start

Ruhig und realistisch zu starten ist kein Zeichen von Halbherzigkeit – es ist Klugheit.

Plane nicht für Deine beste Woche, sondern für Deine schwierigen Wochen. Denn die entscheiden über Deinen Erfolg. Wenn alles dagegen zu sprechen scheint, Du aber trotzdem weitermachst, weil Deine erschaffenen Systeme Dich in der Spur halten und Du trotzdem trainierst und Deine Ernährung beibehältst, dann macht das den Unterschied. Erst recht wenn Du bedenkst, dass die meisten anderen genau jetzt aufgeben.

Manche mögen diese Herangehensweise als defensiv bezeichnen. Ich empfinde sie hingegen als äußerst professionell!


Los! Du kannst das!

Du brauchst keinen radikalen Neustart. Was Du brauchst ist eine bessere Version Deines jetzigen Alltags. Nicht komplett anders – sondern in den entscheidenden Variablen so verändert, dass Du ihn langfristig leben kannst.

Genau dabei begleite ich Menschen: Dinge so zu verändern, dass sie wirksam sind und gleichzeitig in ihr Leben passen. Keine geheimen Methoden, Erfolg durch Handauflegen, Wundermittelchen.

Wenn Du das Gefühl hast, dass Du dabei Unterstützung gebrauchen könntest, melde Dich gern bei mir – ganz unverbindlich für ein Gespräch. Und wenn Du Fragen zu dem hast, was Du hier gelesen hast, schreib sie gern in die Kommentare. Ich nehme mir gern die Zeit, darauf zu antworten.

Vielleicht ist genau das Dein erster kleiner, guter Schritt. Und Du weißt: ein kleiner Schritt von hoffentlich vielen kleinen Schritten, die Dich so richtig weit voranbringen werden!

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